Bulli-Tour: Spanien überrascht mit Küsten und Wüsten

Lesedauer: 6 Min
Schwäbische Zeitung

Der Salemer Fotograf Patrick Scholz und seine Freundin Lisa Nuber fahren gemeinsam mit ihrem Hund Oskar im VW Bus durch Europa. Von unterwegs unterstützen sie auf verschiedene Weise soziale Projekte. In unregelmäßigen Abständen berichten sie in der „Schwäbischen Zeitung“ von ihren Erlebnissen. Von Portugal geht es für Lisa und Patrick quer durch Spanien und Frankreich Richtung Heimat an den Bodensee. Das Ende der Reise? Vermutlich nicht.

Etwas traurig sind wir ja schon, als wir Portugal, das Land, das uns so unglaublich gut gefällt, nach knapp zwei Monaten wieder verlassen. Auf der anderen Seite freuen wir uns riesig, denn wir sind auf dem Weg nach Galizien – einer Region in Spanien, die wir schon seit vielen Jahren unbedingt besuchen wollen. Unsere Erwartungen an Galizien sind hoch – seit Jahren schwärmen all unsere Freunde, die bereits dort waren, von wunderschönen verlassenen Buchten, perfekten Stellplätzen für den Bus direkt am Meer und unzähligen Surfspots.

Als wir in Galizien ankommen, werden wir dennoch total überrascht. Wir haben wirklich mit viel gerechnet und doch werden alle Erwartungen bei Weitem übertroffen. Wir fühlen uns, als hätten wir einen Sprung in die wilde Natur Norwegens gemacht. Die steilen Berge, die sich direkt hinter den weißen Sandstränden erheben, das kristallklare Wasser und die zahlreichen Wellen zum Surfen lassen uns aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Am meisten fasziniert uns jedoch, wie wenig hier los ist. Die Strände sind wie leergefegt. Oft sind wir alleine am Strand und in den Wellen. Ja, wir haben hier ein wahres Paradies entdeckt!

Nachdem wir das Gebiet mehrere Wochen ausgiebig erkundet haben, geht es für uns weiter nach Navarra, eine Halbwüste im Norden Spaniens. Einen größeren Kontrast zum grünen Galizien könnte diese beeindruckende Wüstenlandschaft kaum bieten. Wir genießen Ausblicke, mit denen wir in Europa so gar nicht gerechnet hätten und machen Bilder, die uns eher an Nationalparks in den USA als an Spanien denken lassen.

Von Navarra geht es weiter durch die Pyrenäen nach Frankreich – wir sind auf dem Heimweg. Ein Gedanke, der uns selbst immer wieder verwirrt und mit dem wir uns noch nicht so recht anfreunden können. Wir freuen uns riesig, all unsere Freunde wiederzusehen und doch wissen wir beide, dass es wohl keine Rückkehr, sondern mehr ein Besuch in Deutschland werden wird. Wir fühlen uns nach wie vor wahnsinnig wohl in unserem Bus und können uns tatsächlich nicht mit dem Gedanken anfreunden, wieder in einer Wohnung zu wohnen. Wir lieben es, auf so kleinem Raum zu wohnen – im Bett zu sitzen und nicht aufstehen zu müssen, um sich einen Kaffee zu kochen, maximal acht Quadratmeter putzen zu müssen und besonders, all unser Hab und Gut auf vier Rädern zu haben. Immer wenn es uns irgendwo nicht mehr gefällt, fahren wir einfach weiter. Das ist für uns die größte Freiheit, das größte Glück. So schmieden wir schon jetzt die nächsten Pläne.

Patenschaften für Hilfsprojekt

Während unserer Heimfahrt lassen wir uns viel Zeit. Wir fahren maximal 200 Kilometer am Tag und verbringen die restliche Zeit in Cafés mit Internetzugang, um für unser Hilfsprojekt, das „Barnabas Children Center“ in Kenia zu arbeiten. Jeden Monat stehen wir vor der riesigen Hürde, die Fixkosten und die Gehälter der 25 Mitarbeiter zu bezahlen – eine große Verantwortung, denn wenn wir nicht genug Spenden auftreiben, können die Lehrer und Betreuer in Kenia weder ihre Miete bezahlen noch ihre Familien ernähren. Daher haben wir die Möglichkeit geschaffen, Schulpatenschaften und Mitarbeiterpatenschaften zu übernehmen.

Für 15 Euro im Monat kann jeder eine Schulpatenschaft für eins der wundervollen Kinder des Barnabas übernehmen und ihm somit die Schulbildung sowie ein tägliches Mittagessen ermöglichen. In den vergangenen Wochen konnten wir bereits 40 Paten für das Barnabas gewinnen. Unser Ziel ist es, im Laufe des Jahres noch 60 weitere Paten zu finden. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich per E-Mail bei uns melden. Genauere Infos gibt es auch auf unserer Webseite im Bereich „Barnabas Children Center“.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen