Bürgermeister und Architekt legen Grundstein fürs neue Rathaus

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Architekt Primitvo González und Bürgermeister Manfred Härle legen die Zeit-Schatulle in eine Wandnische und verschließen diese m
Architekt Primitvo González und Bürgermeister Manfred Härle legen die Zeit-Schatulle in eine Wandnische und verschließen diese mit einer Glasscheibe. (Foto: Brigitte Waltes)

Ein historischer Moment für die Gemeinde Salem: Am Donnerstag ist der Grundstein für das neue Rathaus gelegt worden. Die Verwaltung wird zukünftig im Zentrum der Neuen Mitte in Mimmenhausen sein. In der Nähe des Schlosssees entsteht ein neues Quartier mit Wohnungen, Büros, Einzelhandel, einem Lebensmittel- und einem Drogeriemarkt, einem Bürgerpark und einem Marktplatz.

Inmitten der großen Baustelle auf der Decke der zukünftigen Tiefgarage, ist die Zeit-Schatulle in eine Wandnische von Bürgermeister Manfred Härle und dem Architekten Primitvo González eingeschlossen worden. Sie wird zukünftig die Besucher von Rathaus, Bibliothek und Bodensee-Linzgau-Tourismus begrüßen. Die Grundsteinlegung für das neue Rathaus sei ein historisches Ereignis für die Gemeinde Salem, stellte Härle bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste fest. Es sei auch für ihn ein emotionaler Moment, da er sich seit etlichen Jahren für dieses Projekt eingesetzt und geworben habe. Der Bau eines Rathauses sei seit über 40 Jahren Thema in der Gemeinde, Mitte der 80er Jahre habe es bereits Baupläne gegeben.

Nach Fertigstellung der Freizeitanlage Schlosssee habe er in den Bürgerversammlungen 2011 erste Ideen für die Neue Mitte mit Rathaus vorgestellt. Der Anfang sei sehr holprig gewesen, erinnerte er sich. Doch gesellschaftliche Veränderungen und der demografische Wandel erfordern eine Verbesserung der Infrastruktur in der Gemeinde. Dazu gehören neue Wohnformen, altersgerecht und barrierefrei und eine gute Nahversorgung.

Im Rathaus gebe es rund 2200 Quadratmeter Nutzfläche für die Verwaltung, Büros, Besprechungszimmer und einen Ratssaal, erklärte Härle. Im Erdgeschoss soll sich die Bibliothek zu einem Ort der Begegnung entwickeln. Zudem sind 120 Quadratmeter für die Räume von Bodensee-Linzgau-Tourismus geplant. Unter dem Rathaus werde es eine Tiefgarage mit 210 öffentlichen Stellplätzen geben. Bei den Baukosten für das Rathaus von rund 11,7 Millionen Euro, werde der kalkulierte Kostenrahmen bisher eingehalten. Bei den Kosten für die Tiefgarage von 5,7 Millionen Euro gebe es bisher eine Überschreitung von etwa 400 000 Euro. Bei der Planung des Außenbereichs gebe es eine deutliche Kostensteigerung: Bei der Qualität sollten keine Abstriche gemacht werden, also gelte es, in den sauren Apfel zu beißen. Mit dem Projekt gerate die Gemeinde nicht in finanzielle Schieflage, stellte der Bürgermeister fest. Sei die Zustimmung zu dem Projekt im alten Gemeinderat fast einstimmig gewesen, habe er erkennen und akzeptieren müssen, dass im neuen Gremium nicht alle Gemeinderäte die Neue Mitte wollen. Ende 2019, Anfang 2020 soll das neue Rathaus bezogen werden.

Architekt Primitvo González dankte für die gute Zusammenarbeit. Mit dem Rathaus entstehe nicht nur ein Haus für die Bürger, sondern ein offenes Gebäude das zum Betreten und Verweilen einlade, ergänzte seine Tochter, Architektin Noa González.

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