Wochenmarkt zieht zum Haus am Teuringer

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Gemütlich Lebensmittel einkaufen und vielleicht noch ein kleines „Schwätzle“ halten: Jeden Freitag von 8 bis 11 Uhr bieten Händler aus der Region ihre Waren auf dem Oberteuringer Wochenmarkt an. Vergangene Woche ist der Markt vom Platz an der Mühle zum Haus am Teuringer umgezogen. Bei Händlern und Kunden kommt der neue Standort gut an, auch wenn der Markt bei Angebot und Frequenz noch Luft nach oben hat.

„Wir wollen den Platz vor dem Haus am Teuringer beleben“, sagt Bürgermeister Ralf Meßmer, „außerdem haben sich gerade ältere Leute auf dem unebenen Pflaster bei der Mühle etwas schwer getan.“ Auf- und Abbau seien am neuen Standort etwas einfacher. „Natürlich wünschen wir uns noch etwas mehr Marktteilnehmer“, sagt Meßmer. Momentan gibt es fünf Stände auf dem Markt.

Fleisch, Käse, Backwaren und Eier gibt es am Stand von Peter Beck aus Schmalegg. Teilweise aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, teilweise in der Region dazugekauft, wie er sagt. „Wir haben viele Stammkunden“, sagt Beck, der seinen Waren seit vielen Jahren in Oberteuringen anbietet, „für die drei Stunden ist das Geschäft absolut okay.“ Seine ersten Eindrücke waren auch vom neuen Standort gut, er glaubt, dass er angenommen werde. Auch der Kindergarten sei um die Ecke und die Bewohner vom Haus am Teuringer hätten es jetzt näher. „Die Leute sind begeistert“, sagt er. Auf dem ebenen Platz können man besser laufen.

Kein Fisch im Angebot

„Hier ist mehr Platz und Freiraum für die Stände“, sagt Erika Knoll aus Markdorf, die gerade bei Peter Beck eingekauft hat, „und im Sommer ist es von der Natur bestimmt auch sehr schön.“ „Das ist ein netter kleiner Markt, ich finde ganz toll, dass es so was bei uns gibt“, sagt Hildegard Allgaier aus Oberteuringen. Sie vermisst einen Fischstand auf dem Markt, ansonsten findet sie den Markt prima.

Peter Glökler aus Markdorf präsentiert verschiedene Lebensmittel vom Eine-Welt-Laden Friedrichshafen auf dem Wochenmarkt: „Als eine kleine Außenstelle für die Leute, die nicht in die Stadt fahren können“, wie er sagt. „Kaffee, Tee, Süßigkeiten“, zählt er auf. Glökler arbeitet ehrenamtlich, „für die Größe von Oberteuringen ist der Markt eher schwach besucht“, sagt er, „das war hier aber schon immer so.“ Mal etwas neues auszuprobieren findet der gebürtige Oberteuringer aber gut. Nach dem Standort am Sportplatz und vor der Mühle ist das Haus am Teuringer für ihn schon der dritte: „Man gewinnt Kunden dazu und verliert andere“, sagt er.

Elke Rauscher aus Raderach kauft regelmäßig ein auf dem Markt in Oberteuringen. „Ich bekomme hier alles, was ich brauche, Gemüse, Käse und Wurst, mir reicht das völlig“, sagt sie. Auch am neuen Standort bleibt sie dem Oberteuringer Markt treu. Auch Berthold Bentele aus Oberteuringen kauft hier regelmäßig ein: „Es könnte ein bisschen mehr sein“, sagt er zum Angebot, auch er vermisst einen Fischstand. Den neuen Standort kann er mit dem Fahrrad gut erreichen.

Bioäpfel vom eigenem Obsthof verkauft Bernd Schäfer aus Bavendorf. Außerdem Gemüse, das er von der Gärtnerei der Stiftung Liebenau bezieht. „Grundsätzlich ist der Betrieb okay“, er will auf jeden Fall in Oberteuringen weitermachen. „Es ist auch nett, wenn man mit den Leuten mal schwätzen kann“, sagt Schäfer, der den Stand einst von seinen Eltern übernommen hat. „Ich hoffe, dass Oberteuringen den neuen Standort annimmt“, sagt er weiter, auch vom angrenzenden Neubaugebiet erhofft er sich den einen oder anderen neuen Kunden.

Eigene Fleisch- und Wurstwaren bietet die Metzgerei Forster aus Tettnang an. „Wir stellen alle Produkte selbst her und kaufen nichts dazu“, sagt Iris Balke. Allerdings bleibt sie mit dem fahrbaren Metzgerstand, in dem es auch einen kleinen Imbiss gibt, nur bis zehn Uhr auf dem Markt in Oberteuringen, dann muss sie wieder weiter zum nächsten Markt. „Es könnte besser sein“, sagt auch sie über das Geschäft, „verglichen mit anderen Wochenmärkten in der Region“. Auch sie glaubt, dass am Haus am Teuringer eine höhere Kundenfrequenz entstehen wird.

Schatten für die Blumen fehlt

„Für mich ist der neue Standort unkalkulierbar“, sagt Floristikmeisterin Barbara Tschoepe, „ich brauche Schatten für mein Geschäft.“ Im Angebot hat sie Blumen in verschiedener Form, Sträuße oder Gestecke, die sie in ihrer Werkstatt zu Hause in Markdorf-Leimbach präpariert. Vor der Mühle hätten die Häuser rundherum Schatten gespendet. Sie will erst mal abwarten, wie die Situation im Frühjahr ist, und dann sehen, ob sie ihren Stand in Oberteuringen weiter betreibt.

„Vielleicht können wir noch ein bisschen mehr Pep reinbringen“, sagt der Bürgermeister. Ziel sei es, dass auch das Café im Haus am Teuringer während des Marktes geöffnet hat. Seitens der Gemeinde will man auch weitere Händler ansprechen: „Das Angebot an regionalen Produkten ist wichtig für Oberteuringen.“

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