Trotz blauer Flecken: „Verzogenen Böcke“ sind Sieger

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Nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Technik und mentale Stärke sind bei den Tauziehwettbewerben des SVO, Abteilung Fußba
Nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Technik und mentale Stärke sind bei den Tauziehwettbewerben des SVO, Abteilung Fußball, von Bedeutung. (Foto: Michael Tschek)
Michael Tschek

Das Gelände beim Narrenheim der Hefigkofener Narrenzunft ist am Samstag Austragungsort des 3. Tauziehwettbewerbes vom SV Oberteuringen, Abteilung Fußball, gewesen. Acht zusammengewürfelte Freizeitmannschaften unter skurrilen Phantasienamen wie „Blau am Tau“, „Lake Pullers“ oder „Schnappes Rettich“ haben am Tau ihre Kräfte gemessen. Sieger wurden nach spannenden Vorrunden-, Halbfinals- und Finalkämpfen die „Verzogenen Böcke“ der Narrenzunft Hefigkofen.

Zwischen 1900 und 1920 war Tau- oder auch Seilziehen olympisch und zählte zu den Leichtathletikdisziplinen. Auch heute gibt es in der Disziplin, die ihren Ursprung aus antiken Zeremonien und Kulturhandlungen in Burma, Indien, Neuseeland oder Hawaii hatte, Europa- und Weltmeisterschaften – in Deutschland werden unter dem Zentralen Dachverband dem „Deutschen Rasenkraftsport- und Tauziehverband“ (DRTV) Meisterschaften auf Bundes- und Landesebene ausgetragen. Was alle Teilnehmer bei dem Sport, der Kraft, Ausdauer, Technik und mentale Stärke abverlangt, gemeinsam haben, ist der olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“.

Erstmal auf die Waage

Dieser Gedanke war auch bei den teilnehmenden acht Mannschaften zu spüren, die zum 3. Tauziehwettbewerb, organsiert der Fußballabteilung des SV Oberteuringen, angetreten waren. Vor allem für die mentale Einstellung hatten die Teams so ihre eigenen, ganz besonderen Methoden. So stellte Mannschaftsführerin Karin Adebahr ihre Mädels „Blau am Tau“ mit „Stellt Euch vor, Ihr müsst einen Ertrinkenden mit aller Kraft aus dem Wasser ziehen“ auf den bevorstehenden Wettkampf ein.

Doch bevor es dazu überhaupt kam, mussten alle Teilnehmer zu Organisator Michael Nadig, der an seinem Traktor eine Waage angebracht hatte, auf der jedes Team gewogen wurde. Die Anzahl der Mannschaftsteilnehmer war abhängig vom Gesamtgewicht, das 650 Kilogramm nicht überschreiten durfte. Dabei gab es schon noch die eine oder andere Verschiebung im jeweiligen Kader.

Die Vorrunde wurde in zwei Vierergruppen im „Jeder gegen Jeden-Modus“ durchgeführt, wobei es jeweils zwei Züge gab. Bei Gleichstand musste dann ein dritter Zug die Entscheidung bringen. Über Sieg oder Niederlage entschied, wer den Gegner mit der Mittelmarkierung des Seiles über die jeweilige eigene Platzmarkierung, vier Meter rechts oder links der Mittelmarkierung gezogen hatte.

Da gab es schon verbissene Kämpfe mit ächzen, stöhnen, rausschreien und sich mit vereinten Kräften sich dagegen stemmen, das zum Teil durch Mannschaftsbegleiter von außen lautstark unterstützt wurde.

Am Ende eines insgesamt gut dreistündigen Wettkampfes setzte sich das Team der Platzherren die „Verzogenen Böcke“ der Narrenzunft Hefigkofen gegen die „Schnappers Rettich“ des Veranstalters SVO durch und konnte sich damit den Wanderpokal für ein Jahr sichern. Dritter wurde das Bauwagen-Team.

Wie Organisator Michael Nadig berichtete, wurde bei herrlichem Sommerwetter im und vor dem Zelt zusammengesessen und gefeiert. Und dem einen oder anderen Tauzieher wird durch blaue Flecken an den Innenseiten der Oberarme, Schwielen an den Handflächen oder Muskelkater in Beinen und Schultern der Wettkampf noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Aber was soll’s – es hat allen Spaß gemacht.

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