Schulessen kommt jetzt vom Dornahof

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Die Gemeinde Oberteuringen wechselt den Caterer für das Schulessen und hofft den heimischen Kindern schmeckt es so gut wie den S
Die Gemeinde Oberteuringen wechselt den Caterer für das Schulessen und hofft den heimischen Kindern schmeckt es so gut wie den Schülern der Drusenbergschule in Bochum. (Foto: dpa/Roland Weihrauch)
Alexander Tutschner

Eine Preiserhöhung von 15 Prozent für das Essen für Schule und Kindergarten – das wollte sich Oberteuringens Bürgermeister Ralf Meßmer nicht gefallen lassen. Er kündigte kurzerhand der Firma K5 Catering & Feinkost in Salem und fand mit dem Dornahof einen neuen, günstigeren Anbieter. Das Vorgehen seiner Eilentscheidung erläuterte er jetzt in der öffentlichen Sitzung dem Gemeinderat.

Mitte Dezember wurde der Oberteuringer Verwaltung vom Caterer K5 aus Salem, der sowohl die Teuringer-Tal-Schule als auch den Rotachkindergarten mit Essen beliefert, mitgeteilt, dass er die Preise um 15 Prozent von 4 Euro auf 4,60 Euro pro Essen erhöht. Begründet wurde das laut der Verwaltung mit gestiegenen Einkaufspreisen. Nach Rücksprache habe der Caterer auch eine stufenweise Erhöhung abgelehnt, er habe lediglich angeboten, die Preiserhöhung erst ab dem 1. Februar in Kraft treten lassen zu wollen, berichtete Meßmer im Gemeinderat. Laut dem Liefervertrag hätte der Anbieter seine Preise ab einer Inflation von drei Prozent sofort anpassen dürfen. Die Verwaltung gehe jedoch derzeit von einer Inflationsrate von 1,8 Prozent aus, somit sei die Begründung für die Erhöhung nicht sachgerecht gewesen.

„Wir machen alles selber und geben viel Geld aus für das Handwerk“, sagte Daniela Kissing von der Firma K5 Catering & Feinkost der Schwäbischen Zeitung. Man habe jahrelang qualitativ hochwertig und zuverlässig geliefert. Durch die Preissteigerung im Lebensmittelbereich sei man jetzt zu der größeren Erhöhung gezwungen gewesen. „Der Kunde muss entscheiden, ob er frisches, hausgemachtes Essen will, oder ob es nur ums Geld geht“, sagte Kissing weiter, „wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten.“ Man habe der Gemeinde außerdem angeboten, den Preis über ein flexibles Bestellsystem zu reduzieren. Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch hätten dann separat und genau nach Bedarf bestellt werden können. Sie bedauere die Entscheidung der Gemeinde Oberteuringen.

Vier Essen zur Auswahl

Eine so große Steigerung des Preises wollte man in Oberteuringen den Eltern aber nicht zumuten. Schnell reagierte die Verwaltung deshalb und kündigte den Vertrag mit dem alten Anbieter zum 1. Februar 2018. Zuvor hatte man sich jedoch über alternative Angebote informiert.

Infrage kamen laut Bürgermeister Ralf Meßmer letztlich zwei Anbieter, die Liebenau Service GmbH und die Dornahof Speiseversorgung. Die Liebenau hätte das Essen laut Meßmer nur im sogenannten „Cook & Chill-Verfahren“ liefern können, die Gemeinde hätte dann größere Kühlschränke und Kombidämpfer anschaffen müssen, sagte Meßmer. Deshalb habe man sich letztlich für den Dornahof entschieden. Der liefere jetzt das Essen für maximal 3,80 Euro, erhöht aber laut Bürgermeister den Preis zum 1. September auf vier Euro. „Wir können den Preis also halten“, sagte der Bürgermeister.

Meßmer kennt den Anbieter aus seiner Zeit in der Verwaltung in Horgenzell und stellte dem Dornahof ein gutes Zeugnis aus: „Die Ansprechpartner sind zuverlässig und ein reibungsloser Ablauf war stets gewährleistet.“ Auch die Kinder und Eltern in Horgenzell seien mit dem Essen zufrieden gewesen.

Künftig stehen laut Bürgermeister Ralf Meßmer vier verschiedene Essen zur Auswahl. Einziger Nachteil sei, dass der Dornahof keine Sonderessen anbiete. Davon seien derzeit drei Kinder in Oberteuringen betroffen. Laut Verwaltung wurden Schul- und Kindergartenleitung sowie der Elternbeirat in die Entscheidung miteinbezogen. Der katholische Kindergarten St. Martin in Oberteuringen hat sich laut Verwaltung der Entscheidung der Gemeinde angeschlossen und den Caterer ebenfalls gewechselt.

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