Oberteuringen will moderat wachsen

Lesedauer: 6 Min
 Der dörfliche Charakter von Oberteuringen soll erhalten bleiben, das ist ein Ziel aus dem Gemeindeentwicklungskonzept.
Der dörfliche Charakter von Oberteuringen soll erhalten bleiben, das ist ein Ziel aus dem Gemeindeentwicklungskonzept. (Foto: Alexander Tutschner)

Über ein Jahr lang haben Verwaltung, Gemeinderat und Bürger gemeinsam mit dem Stadtentwicklungsbüro Reschl Ideen gesammelt, Strategien entwickelt und Ziele erarbeitet, jetzt liegt das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) „Oberteuringen 2035“ auf dem Tisch. Einstimmig hat der Rat das Papier am Mittwoch verabschiedet. Von der Einwohnerzahl bis zur städtebaulichen Entwicklung werden darin Grundprinzipien definiert, strategische Ziele und konkrete Projekte benannt. Ein moderates Wachstum wird dabei angestrebt.

„Jetzt haben wir ein Handlungsbuch, mit dem wir in die nächsten Jahre gehen können“, sagte Bürgermeister Ralf Meßmer in der Sitzung. Meßmer hatte nach seinem Amtsantritt Ende 2017 das Jahr 2018 zum Planungsjahr deklariert, um für die kommenden Jahre eine Arbeitsgrundlage zu schaffen.

Basis für das GEK war eine Grundlagenermittlung durch das Stuttgarter Büro Reschl, eine Bestandsaufnahme der Infrastruktur, der freien Gemeindeflächen und dergleichen. Ebenfalls am Beginn des Prozesses stand eine umfangreiche repräsentative Bürgerbefragung, die mit einer Rücklaufquote von 43 Prozent ein großer Erfolg war. Es folgten eine Klausurtagung des Gemeinderates sowie ein Bürgerworkshop, bei dem die Oberteuringer erneut Ideen und Wünsche einbringen konnten. „Die Meinungen von Gemeinderat und Bürgern waren bei den grundlegenden Zielen nicht weit auseinander“, sagt Meßmer heute.

Soziales Miteinander

Das GEK wurde in der Sitzung von Richard Reschl und Philipp König vom Büro Reschl vorgestellt. „Das soziale Miteinander ist die zentrale Ressource in Oberteuringen“, sagte Reschl zu Beginn. Es sei im Prozess klar geworden, dass man hier nicht nur an das „Jetzt“ denken möchte, sondern auch daran, dass man in der Zukunft solide miteinander umgeht. Transparent und nachprüfbar seien die Ziele von Oberteuringen jetzt festgelegt, sagte Reschl weiter, und auch die Wege, wie man die Ziele erreichen will. Man stehe jetzt aber nicht am Ende eines Prozesses, „sondern am Anfang der Umsetzung“.

„Moderates Wachstum“ ist die Antwort im GEK auf die zentrale Frage, wie sich die Gemeinde demografisch entwickeln möchte. Als Ziel für das Jahr 2035 wurde eine Einwohnerzahl zwischen 5200 und 5400 festgelegt, was einem Anstieg von 250 bis 450 insgesamt oder einem Nettozuzug von 25 Einwohnern pro Jahr entspricht. Um das zu erreichen muss die Gemeinde auch künftig Bauland entwickeln. 2,63 Hektar können laut dem aktuellen Flächennutzungsplan noch aktiviert werden, heißt es im GEK. Zwischen rund 4,5 und 7,6 würden bis 2035 zusätzlich benötigt. Insgesamt ist also ein Flächenverbrauch von bis zu zehn Hektar für Wohnbebauung geplant. „Es ist auch klar, dass die Infrastruktur dann mitwachsen muss“, sagt Meßmer, etwa bezüglich Schule und Kindergärten.

Fünf Hektar Gewerbefläche

Auch neue Gewerbeflächen sollen in den nächsten Jahren in Oberteuringen entstehen. Knapp fünf Hektar könnten nach dem aktuellen Flächennutzungsplan (FNP) entstehen. Zusätzliche Flächen seien jetzt identifiziert worden, steht im GEK. Meßmer rechnet damit, dass Oberteuringen in den nächsten Jahren maximal fünf Hektar Gewerbefläche bekommt. „Die Betriebe in der Gemeinde sollen sich entwickeln können“, sagt der Bürgermeister. Inwiefern man noch Betriebe von außen anlocken will, sei noch offen.

Im Bereich Soziales wurde die Planung eines „Oberteuringer Ärztehauses“ als konkretes Projekt aufgenommen. Für dieses sollen auch Fachärzte in die Rotachgemeinde gelockt werden. Die Grundversorgung sei mit drei Haus- und zwei Zahnärzten aber jetzt schon gesichert.

Vom Breitbandausbau über eine Verbesserung von Fuß- und Radwegen bis zum ÖPNV finden sich viele Punkte im Bereich Mobilität und Digitalisierung. Themen wie Wanderwege, der Rotachpark oder ein Tourismuskonzept werden im Kapitel Landschaft/Ökologie behandelt. Den Abschluss macht das Thema städtebauliche Gestalt, der Erhalt des dörflichen Charakters der Gemeinde und die städtebauliche Aufwertungen der Teilorte werden dabei thematisiert.

Ralf Meßmer dankte dem Gemeinderat für die Mitarbeit am GEK und vor allem den Bürgern von Oberteuringen. „Lassen Sie uns weiter im Gespräch bleiben und die Gemeinde gemeinsam gestalten“, sagte der Bürgermeister.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen