Oberteuringen setzt auf Jugendbeteiligung

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Per Speed-Dating tauschten sich die Interessierten in drei Gesprächskreisen aus.
Per Speed-Dating tauschten sich die Interessierten in drei Gesprächskreisen aus. (Foto: Gudrun Schäfer-Burmeister)
Gudrun Schäfer-Burmeister

Jugenddisco, Fahrräder reparieren oder bessere Busverbindung – die Themen, die Jugendliche in Oberteuringen interessieren, sind vielfältig. Im Haus am Teuringer hat am Mittwochabend die Kick-off-Veranstaltung zur Gründung eines Jugendforums als permanentes Gremium der Jugendbeteiligung in der Gemeinde stattgefunden. Eingeladen hat Gemeinwesenarbeiter Michael Friedrich Gaire zusammen mit Bürgermeister Ralf Meßmer. Außerdem sind die Leiterin des Jugendtreffs Alexandra Krause und die Inklusionsbeauftragte Annika Taube unterstützend tätig.

Wie viele der eingeladenen Jugendlichen und Vereinsvertreter tatsächlich kommen würden, war den Veranstaltern vorab nicht klar. Der vorbereitete Stuhlkreis mit Blumenstrauß und Willkommensplakat in der Mitte wurde jedenfalls stetig erweitert, bis alle 23 Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Gemeinschaftsraum im Haus am Teuringer Platz gefunden hatten.

Unter die 13 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mischten sich auch Vereins- und Initiativvertreter sowie Mitglieder des Gemeinderats. Bürgermeister Ralf Meßmer, der sich sehr für die Einrichtung des Jugendforums engagiert, konnte krankheitsbedingt nicht anwesend sein. „Wer bin ich? Wofür bin ich? Was mag ich einbringen? Was ist mir wichtig?“, solche Fragen standen zunächst im Mittelpunkt. In einer Art Speed-Dating setzten sich die Teilnehmenden zunächst in Runden zusammen, um sich in einer vorgegebenen Zeit innerhalb ihrer Gruppe zu verschiedenen Themen auszutauschen und danach die Plätze zu wechseln, um ihre Positionen zu den anderen Fragen zu sammeln. Im Verlauf dieser ersten Stunde wurden die Gäste lockerer, wozu einerseits das angebotene „Seminar-Du“, (das heißt Duzen während der Veranstaltung) seinen Teil beitrug, aber auch die Feststellung, dass tatsächlich einige Wünsche von allen geteilt wurden.

Viele kannten sich bereits aus den zahlreichen Oberteuringer Vereinen, in denen sie – teilweise mehrfach – engagiert sind. Es stellten sich auch einige überraschende Erkenntnisse heraus, wie das halt so ist, wenn man glaubt, einander gut zu kennen. Frage von Alexandra: „Was, es gibt einen Dart-Club in Oberteuringen?“ Antwort von Max:“ Ja, es gibt sogar zwei!“ Ergänzung von Annika: „Ist ja super, dass wir jetzt voneinander wissen!“

Große Themen-Vielfalt

Die Jugendarbeit der Vereine in Oberteuringen ist sehr intensiv. Zum Beispiel berichtete Laura über eine Weiterbildung der Jugendfeuerwehr zum Thema Mobbing. Diese Fortbildungen könnten die Vereine auch in das Jugendforum einbringen. Manche Vereine verfügen über eigene Räumlichkeiten, die sie für Veranstaltungen zur Verfügung stellen können. Julian kann sich eine gemeinsame Werbeveranstaltung aller Vereine zur Mitgliedergewinnung vorstellen. Was sich viele wünschen, ist eine Jugenddisco. Schnell wurde klar, dass dies aber nach Altersgruppen getrennt stattfinden sollte, denn die Entwicklungs- und damit Interessensunterschiede zwischen 13 und 18 oder 21 sind beträchtlich. Nach zwei Stunden hatten sich die beiden vorbereiteten Stellwände bunt mit Ideen gefüllt. Kinderdisko, Jugendball, Rodeln, Hüttenaufenthalte, Sportwettbewerbe, Zeltlager, Musik, Singen an Hochzeiten, Fahrräder reparieren, Mathenachhilfe geben, Jugendraum, Praktikum in Betrieben des Gewerbevereins, Filmabend stehen darauf.

Dass dies erst der Anfang ist, wird klar, als zusätzliche Fragen gestellt wurden. Wie sieht es mit besseren Busverbindungen aus? Was soll eigentlich das weiterführende Ziel des Jungendforums sein? Was heißt das konkret: Mitmachen? Was ist ein Jugendparlament? Worin besteht der Unterschied? Manche Interessierte blieben länger als vorgesehen und beschäftigten sich mit weiterführender Planung und Aufgabenverteilung. Bereits vor den Osterferien soll das nächste Treffen stattfinden und dann sollen auch gerne Jugendliche angesprochen werden, die noch nicht in Vereinen organisiert sind oder die sich bisher nicht getraut haben.

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