Neujahrsempfang bildet großartigen Auftakt

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Gudrun Schäfer-Burmeister

Bürgermeister Ralf Meßmer hat zum ersten Neujahrsempfang in Oberteuringen geladen. Die Verwirklichung dieses Wahlversprechens nach zwei Amtsjahren ist in der Gemeinde auf großes Interesse gestoßen, im Gemeindesaal in der Gaststätte „Die Post“ herrschte reger Andrang.

Die Rede des Bürgermeisters: Ralf Meßmer zeigte sich „überwältigt von Resonanz und Interesse“ auf die Einladung der Gemeinde zum Neujahrsempfang, den er als Gelegenheit zu Rück- und Ausblick einerseits sowie als Begegnungs- und Gesprächsforum entwickeln möchte, „in dem man sich in lockerer Runde zu den Themen der Gemeinde austauscht“. In seiner Ansprache spannte er den Bogen über viele Themen, die planmäßig auf der Agenda der Gemeinde gestanden haben, über solche, die außerplanmäßig gemeistert werden mussten, bis zu den Herausforderungen, die in die Zukunft weisen.

Als „alles überlagernd“ bezeichnete Meßmer das Thema Schule, mit dem sich im abgelaufenen Jahr ein ganzes Buch füllen ließe. Er sprach über die unter Bürgerbeteiligung durchgeführte Entscheidung für einen Neubau, nachdem der eigentlich schon geplante Um- und Erweiterungsbau aufgrund zu erwartender höherer Schülerzahlen verworfen worden war, über die Suche nach einem geeigneten Standort und die mit der Standortwahl an der Rotach verbundene Verlegung der Tennisplätze an die Nordseite des Sportplatzes, wobei er ausdrücklich auf das Entgegenkommen der Vereine und die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten verwies. Der aktuelle Planungsstand beträgt 9,8 Millionen Euro, die Erstellung des Baugesuchs wurde beauftragt. Außer der zukünftigen stellte auch die alte Schule Aufgaben an die Gemeinde. Dazu gehörte ein Schwelbrand, der dank frühzeitiger Entdeckung rasch gelöscht werden konnte und die Aufstockung des Raumangebots der Ganztagesschule mittels Containern. Neben Veränderungen im Dienstleistungs- und Seelsorgebereich sowie bei Gewerbebetrieben und Vereinen hob Meßmer die Gemeinwesenarbeit im „Haus am Teuringer“ hervor, wodurch viele Projekte und Veranstaltungen ermöglicht würden, die das Haus und die Gemeinde belebten.

Meßmer lobte neben den Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr die sportlichen und kulturellen Einrichtungen und freute sich besonders über das inklusive, preisgekrönte Projekt „Oberteuringen tanzt!“, von dem er einen Filmausschnitt zeigte, den er mit den Worten einleitete: „Diejenigen, die den Tanz erleben durften, haben gespürt, dass der inklusive Prozess etwas mit uns in Oberteuringen macht.“

Große Fortschritte kündigte Meßmer bei der Verbesserung der Busverbindungen an. Die vom Bodenseekreis beim Land beantragte Förderung der Einrichtung einer Regiobuslinie sei positiv bewilligt worden. Außerdem ist die Beteiligung der Landkreise Ravensburg und Konstanz vorgesehen. Sollte die noch ausstehende Zusage des Ravensburger Kreistags erfolgen, wird der Städteschnellbus Ravensburg- Konstanz nicht nur montags bis freitags im Stundentakt zwischen 5 Uhr und Mitternacht sowie am Wochenende und feiertags ab 7 Uhr verkehren, sondern auch eine Haltestelle im Hauptort anfahren. Für die Erweiterung der Regiobuslinie zwischen Oberteuringen und Friedrichshafen um zwei Fahrten am Abend sowie Nachtfahrten am Wochenende stellt der Kreishaushalt ebenfalls Mittel bereit.

Die Rede des Bürgermeisters wurde ergänzt von Sabine Müller als Vertreterin des Gemeinderats und stellvertretende Bürgermeisterin. Hierbei ließ sie es auch an Dank an alle Mitglieder des Gemeinderats und die Gemeindeverwaltung für deren lösungsorientierte Entscheidungen nicht fehlen.

Die Sternsinger: Einen großen Auftritt hatten dann die Sternsinger, deren eintretende Schar gar nicht enden wollte und die nach Erläuterung der Mission für den Libanon durch die Reihen gingen, um Spenden zu sammeln, die je zur Hälfte der Bürgerstiftung Oberteuringen und dem Kindermissionswerk zugute kommen sollen.

Die Ehrungen: Bürgermeister Ralf Meßmer zeichnete Wolfgang Syré mit der Ehrennadel der Gemeinde für sein bürgerschaftliches Engagement aus. Syré gehörte seit 2004 dem Gemeinderat an und war ab 2014 zweiter stellvertretender Bürgermeister sowie ab 1999 federführend in die Organisation und Begleitung des „Teuringer Sonntag“ eingebunden.

Für ihren selbstlosen Einsatz am Nächsten zeichnete Bürgermeister Ralf Meßmer im Auftrag des Blutspendedienstes Baden-Württemberg die Oberteuringer Blutspender aus. Nicht alle waren persönlich anwesend. Zehnmal haben Marie-Christine Amann, Karolin Benz, Edith Leicht, Daniel Mohr, Karin Schraff, Lukas Sprenger und Leonie Guffart gespendet, 50-mal Slavica Waltner, Walter Mutter und Josef Schmeh. Für 100 Blutspenden wurde Martin Amman ausgezeichnet und auf die außerordentliche Anzahl von 125 Blutspenden kommt Walter Kramer.

Die Mundarteinlage: Bevor weitere Ehrungen auf dem Programm standen, ergriff Marie-Luise Sprenger das Wort, um in der ihr eigenen Weise als Oberteuringer Mundartdichterin unter der Überschrift „Bei uns im Dorf“ ein Lob auf das Vereinsleben zum Besten zu geben, das sie mit den Worten schloss: „Mitenand wird’s Ziel a‘gsträbt und so Gemeinsinn g‘läbt. Wer hier nix find‘, der schlaft grad weiter.“

Die Sportlerehrungen: Mit der Ehrung für herausragende sportliche Leistungen kam Ralf Meßmer zum letzten offiziellen Programmpunkt des Neujahrsempfangs. Für die Erzielung erster bis dritter Plätze in unterschiedlichen Meisterschaften und Klassen wurden die Mitglieder des Schützenvereins Hefigkofen Nils Friedmann, Julian Kumpf und Andreas Schraff geehrt. Zu sportlichen Erfolgen in der Leichtathletik gratulierte der Bürgermeister Greta Heiß, die Bezirksmeisterin im Vierkampf geworden ist. Entschuldigt waren die ebenfalls meisterlichen Lisa Schön, Jannik Seefried und Kai Giesenkirchen.

Als Vertreter einer „etwas anderen Sportart“ stellte Meßmer die Oberteuringer Denksportler der Roboter AG des Markdorfer Bildungszentrums vor. Felix Schlegel und Robin Sprenger wurden 2019 mit ihrem Team „Bodensee Krokodile“ Europameister, Aaron Preus und Marius Sprenger sogar Weltmeister im Roboterfußball, was dem Publikum mit einem Video-Einspieler gezeigt wurde.

Mit flotter Musik umrahmte die Trachtenkapelle Oberteuringen unter der Leitung von Dirigent Jörg Zürn den Neujahrsempfang, dessen geselliger Teil nach den Ehrungen begann und bei dem sich die Gäste noch lange in angeregte Gespräche vertieften.

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