Meßmer will kein großes Baugebiet mehr

Lesedauer: 6 Min

Ralf Meßmer bei seiner Amtseinführung Anfang November. In seinem ersten Jahr als Bürgermeister will Meßmer einen langfristigen
Ralf Meßmer bei seiner Amtseinführung Anfang November. In seinem ersten Jahr als Bürgermeister will Meßmer einen langfristigen Plan für Oberteuringen bis 2035 erarbeiten. (Foto: at)
Schwäbische Zeitung

Die Gemeinde Oberteuringen soll zunächst kein großes Baugebiet mehr bekommen, das sagte Bürgermeister Ralf Meßmer im Jahresgespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Der 43-Jährige, der im November 2017 die Nachfolge von Karl-Heinz Beck angetreten hat, will in seinem ersten Jahr an der Spitze der Verwaltung zusammen mit dem Gemeinderat ein langfristiges Konzept für Oberteuringen entwickeln und neue Projekte vorbereiten.

„2018 wird ein Planungsjahr“, sagt Ralf Meßmer über den Haushalt der Gemeinde Oberteuringen. Etwas „hinten dran“ ist man mit der Einbringung, wie Meßmer sagt.

Man habe derzeit keine exorbitant großen Baumaßnahmen beziehungsweise Investitionen geplant. Das dringlichste Problem ist und bleibt in Oberteuringen weiterhin der Neubau der Teuringer-Tal-Schule. Mit einem Baustart in diesem Jahr rechnet man aber nicht mehr.

Die bereits unter Meßmers Vorgänger Karl-Heinz Beck ausgearbeitete und schon beschlossene Planung wird derzeit vom Fachbüro Reschl in Stuttgart geprüft. Danach will Meßmer das Thema noch mal mit dem Gemeinderat besprechen. „Wir werden sicher schon Geld für die Schule in den Haushalt einstellen“, sagt Meßmer, dabei gehe es aber vor allem um Planung und Ausschreibung, und eventuell um erste Abbrucharbeiten.

Handlungsbuch mit Bürgern

Bei einer Klausurtagung will Meßmer in diesem Jahr über alle Themen, die die Gemeinde betreffen, mit den Räten sprechen. Und auch unter Einbeziehung der Bürger soll ein Handlungsbuch erstellt werden, wie es mit der Gemeinde bis 2030 oder 2035 weitergeht. Ein langfristiger Masterplan also.

Auch eine Bevölkerungsumfrage ist diesbezüglich geplant. Wie stark will die Gemeinde weiter wachsen und wo? Solche grundlegende Fragen sollen dabei geklärt werden. Oberteuringen werde die 5000-Einwohner-Grenze voraussichtlich 2018 überschreiten.

Meßmer selbst will diesbezüglich eher bremsen. Man könne zwar immer sagen, so etwas wie die neue Schule finanziere man über ein riesiges Baugebiet. „Das hat man aber jetzt schon mit zwei Baugebieten in Oberteuringen gemacht“, sagt Meßmer, mit „Pfaffenberg“ und „Bachäcker“ habe man zuletzt die neue Sporthalle und das Lebensraum-Campus-Gebäude finanziert. Meßmer denkt nicht, dass die Bevölkerung von Oberteuringen schon wieder ein großes Baugebiet möchte. „Und das möchte ich eigentlich auch nicht“, sagt der Bürgermeister klar. Das sei auch seine klare Aussage im Wahlkampf gewesen. „Es muss eine Entwicklung geben, die zu Oberteuringen passt.“ Mit einem großen Baugebiet steige erneut die Einwohnerzahl und die Zahl der Kinder, so dass die Gemeinde bei der Infrastruktur erneut unter Zugzwang gerate. „Infrastruktur muss sich mitentwickeln“, sagt Meßmer.

Man wolle auch künftig den Bedarf für einheimische junge Familien decken, was Bauplätze betreffe, sagt Meßmer. Man rede dann aber über Ergänzungen der jetzigen Baugebiete von zehn bis 15 Plätzen und nicht über neue mit 50 bis 70. Durch die steigende Einwohnerzahl müsse auch die Infrastruktur weiterentwickelt werden. Auch diese kleinen Baugebiete können laut Meßmer zu einer Rückführung der Verschuldung in der Zukunft beitragen.

„Das Ganze muss auch für uns als Verwaltung zu bewältigen sein.“ Zunächst müsse das Campus-Gebäude fertiggestellt sein. Das Großprojekt binde momentan viele Kräfte, nicht nur die des Bürgermeisters, sondern auch der Verwaltungsmitarbeiter. Deshalb werde 2018 ein unspektakuläres und konsolidierendes Jahr werden, meint der Bürgermeister, man müsse auch mal durchatmen. Man werde die großen Projekte abschließen und die Planungen für die Zukunft vorbereiten. „Das einzige, was ansteht ist das neue Feuerwehrfahrzeug.“ Hier müsse die Gemeinde rund 380 000 Euro investieren, es könne aber noch ein Zuschuss beantragt werden.

Größtes Projekt der Geschichte

In den nächsten Wochen dreht sich aber nochmal alles um das Lebensraum-Campus-Gebäude, das mit einer Bausumme von 14,2 Millionen Euro größte Projekt in der Geschichte der Gemeinde soll im März größtenteils fertiggestellt werden.

Weitere wichtige Themen sind für Meßmer 2018 zum Beispiel die Fortführung des Radweges von Urnau nach Hefigkofen, der momentan in Ramsen endet. Hier sei die Gemeinde auf die Planung des Landes als Bauträger angewiesen. Und außerdem der Ausbau des Breitband-Internets, hier wartet man auf die Vorarbeit des Bodenseekreises, der zunächst das sogenannte Backbone-Netz planen muss. Dazu kommt noch die Verbesserung des Busverkehrs für Oberteuringen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen