Kirchenkonzert bringt Trost und Freude

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Kirchenkonzert bringt Trost und Freude
Kirchenkonzert bringt Trost und Freude (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung
Helmut Voith

Mit langem herzlichem Applaus haben sich die Besucher des festlichen Konzerts am Samstagabend in der gut gefüllten Martinuskirche in Oberteuringen beim Organisten Patrick Brugger und den Trompetern Daniel Bucher und Florian Keller bedankt. Vielen war es sicher ein Herzensbedürfnis, nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris sich dem zuzuwenden, was unserem Leben Trost und Freude bringt. Wie Patrick Brugger in seiner kurzen, pointierten Einführung sagte, wollte das festliche Konzert geistliche Musik aus dem Barock, der Romantik und der Gegenwart zu Gehör bringen.

Majestätische Musik

Gewaltig beherrschten die Trompeten im „Marche triomphale“, dem ersten von drei Stücken der Suite aus Sigfried Karg-Elerts Choral-Improvisationen op. 65, den Raum. Karg-Elert (1877-1933) verbindet hier impressionistische und expressionistische Elemente mit spätromantischer Tonsprache zu einem eigenen Klang. Ruhig und innig folgte das Orgelsolo „Werde munter, mein Gemüte“, das auf die Bachkantate „Jesus bleibet meine Freude“ zurückgeht.

Von Johann Sebastian Bach waren später Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 zu hören. Eine majestätische Musik, die mit ihrer Klangfülle und vorwärtsdrängenden Bewegung auch heute noch die Zuhörer überwältigt und dem Organisten im meisterlichen Miteinander von Manual und Pedal einiges abverlangt. Man spürte, dass Brugger die Orgel in Oberteuringen schätzt, dass er mit ihr vertraut ist.

Sehr festlich interpretierte das Trio Händels „Wassermusik“ in D-Dur, die hier in einer Suite für zwei Trompeten und Orgel zu hören war. Bezaubernd war der Wettstreit der von der Orgel umrahmten barocken Piccolotrompeten, nicht minder schön waren die bald zierlichen, bald sanften, schlichten Orgelsoli vor dem festlichen gemeinsamen Schlusssatz. Aus dem Barock stammte auch das Konzert für zwei Flügelhörner und Orgel von Johann Valentin Rathgeber, das mit fröhlichem, volkstümlichem Jagdhörnerklang erfreute.

Instrumente im Wettstreit

Mit „Four short pieces“ von William Lloyd Webber, dem Vater des Musicalkomponisten, und dem „Scherzo brillante“ für zwei Trompeten und Orgel des tschechischen Komponisten Jiri Laburda kamen zuletzt zeitgenössische Komponisten zu Gehör. Entgegen noch immer weit verbreiteten Vorurteilen war deren moderne Tonsprache durchaus verständlich und mit Vergnügen anzuhören: Webbers Melodienreichtum ebenso wie Laburdas jubilierender Wettstreit der Instrumente.

Mit Händels „Einzug der Königin von Saba“ kehrte das Trio in der Zu-gabe mit strahlendem Klang zum Barock zurück. Den Zuhörern in Oberteuringen haben die aus der Region stammenden Musiker am Samstag ein schönes Konzert geschenkt, am Sonntagabend gab es die Wiederholung in der St. Martinskirche in Langenargen.

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