Kapellen versprühen pure Spielfreude

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Zeigt zusammen mit der Jugendkapelle Musik auf hohem Niveau: die Trachtenkapelle.
Zeigt zusammen mit der Jugendkapelle Musik auf hohem Niveau: die Trachtenkapelle. (Foto: Michael Tschek)
Michael Tschek

Sowohl Jugend-, als auch die Trachtenkapelle des Teuringer Musikvereins haben am Samstagabend beim Jahreskonzert im Gemeindezentrum „Die Post“ einmal mehr bewiesen, dass sie unter der Leitung ihrer Dirigenten Felix Amann und Fabian Zürn eine musikalische Leistung auf hohem Niveau abliefern können.

„Wir wollen bei unserem Herbstkonzert beweisen, was außerhalb der Festzeltmusik in uns steckt“, sagte die Vorsitzende der Trachtenkapelle Oberteuringen, Karin Adebahr. Sie begrüßte im gut besetzten Saal der „Post“ neben vielen Teuringern auch befreundete Musiker aus der Nachbarschaft, und mit Franz Xaver Kreuzer, Karl-Heinz Beck und Ralf Meßmer drei Generationen Bürgermeister. Alle zusammen erwartete ein ambitioniertes Programm mit Werken von Richard Wagner und Gustav Holst bis hin zu eingängigen Melodien wie dem „Weißen Rössl am Wolfgangsee“ von Ralph Benatzky und Robert Stolz. Ein vielfältiges Programm sinfonischer Blasmusik also, bei dem sich das Publikum bereits von Beginn an von der leidenschaftlichen Spielfreude der Akteure auf der Bühne anstecken ließ.

Moderatorin Silvia Rueß, die charmant und mit viel Hintergrundwissen zu den einzelnen Musikstücken durch den Abend führte, kündigte zum Auftakt die Jugendkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Felix Amann an. Schon beim ersten Stück „Stal Himmel“, vom schottischen Komponisten Alan Fernie, konnten die Zuhörer feststellen, dass die Teuringer Musikkapelle über einen talentierten und engagierten Nachwuchs verfügt. Aus der anfänglich fast meditativen Melodie entwickelte sich das Stück zu einem immer voller und kräftiger werdenden Gesamtklang. Im Swing-Rhythmus und Latin-Rock ging es weiter im Stück „Pasadena“ von Jacob de Haan. Mit „Don´t Stop me Now“, einer Mischung aus langsamer Ballade und schnellem Rock-Song, geschrieben von Freddie Mercury, Sänger der legendären Pop-Gruppe Queen, wollte die Jugendkapelle ihren Auftritt eigentlich beenden, was jedoch das Publikum nicht zuließ. Und so gab es Zugaben mit der „Westminster Fanfare“ und – passend zur Vorweihnachtszeit – mit dem Stück „Engel auf den Feldern singen“ oder „Gloria in excelsis Deo“.

Dass sich Dirigent Fabian Zürn mit seiner Trachtenkapelle zum Jahreskonzert an hoch anspruchsvolle Musikstücke herangewagt hatte, wurde bereits im Auftaktstück „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ von Richard Wagner deutlich und konnte passender nicht sein. Aus der Oper Tannhäuser heißt es nämlich „Freudig begrüßen wir“.

Ein toller Auftakt

Wahrlich ein toller Auftakt, den die Kapelle mit majestätischen Klängen umsetzte. „Einfach zurücklegen und sich von den weichen Klängen mit auf die Reise nehmen lassen“, konnten sich die Zuhörer beim „St. Florian Choral“ von Thomas Doss. Mit einer klassischen Suite in drei Sätzen „First Suite in ES for Military Band“ von Gustav Holst verabschiedete sich die Kapelle in eine Pause.

Der zweite Teil wurde mit einem kurzen Konzert-Marsch eröffnet, ehe sich die Musiker anschließend musikalisch an das Hauptwerk des Abends – an Auszüge aus dem Musical „Les Misérables“ – heranwagten. Die Kapelle stellte dabei unter Beweis, dass sich die zeitintensiven Proben ausgezahlt hatten, denn sie beherrschten die vielen Tonart- und Tempiwechsel und unterschiedlichsten Spielarten vorzüglich.

Einen musikalischen Themenwechsel vollzog die Kapelle anschließend mit einem Abstecher zur Filmmusik zum Kinohit „La La Land“, um sich dann mit bekannten Melodien aus dem „Weißen Rössl am Wolfgangsee“ verabschieden zu wollen. Doch auch hier widersprach das Publikum, sodass es schließlich mit dem „Belgischen Marsch“ und einem Auszug aus der Oper „Hänsel und Gretel“ die geforderten Zugaben gab.

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