Johle wird zu neuem Treiben erweckt

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Renate Habermaas

Traditionell ist die Fasnetszeit für die Johle mit dem Erwecken der Figuren am Freitagabend eingeleitet worden. Viele Bürger ließen sich den Umzug und das alljährliche Spektakel nicht entgehen und trotzten dem aufkommenden Schneesturm, der bis zum Schluss nicht nachließ. Zum ersten Mal startete der Umzug am Haus am Teuringer, diesmal mit zwölf Zünften und drei Kapellen, die der Einladung der Johle gefolgt sind.

Schon beim einem Empfang der befreundeten Zünfte kam gute Stimmung auf. Die Schalmeien aus Fischbach heizten den Gästen musikalisch vor dem bevorstehenden Umzug ordentlich ein. „Habt Spaß mit uns“, feuerte Zunftmeister Boris Pechtl seine Gäste an und und wurde von seiner Vizezunftmeisterin Sandra Diesch kräftig unterstützt. Mit einem dreifachen „Teuringer-Johle“ entließ Pechtl die Zünfte, um sich für den Umzug aufzustellen.

Als Premiere lief die neu gegründete Zunft „Gräfliche Narrenschaft zu Tettnang“ mit, die in ihren Kostümen an die letzte Montfort-Gräfin Magdalena zu Tettnang erinnerten. Für die jungen Johle war der Höhepunkt des Umzugs das Laufen mit den Fackeln in der Hand und das Verteilen der Süßigkeiten. Durch den Schneesturm führten die Johle den Umzug an, bis zur Dorfmitte am Rathaus, begleitet von dem Fasnetslied „Wir wollen feiern“. So zogen sie voran bis zum Martinsplatz, wo ein kleines Zelt und ein Stand mit Würstchen und Getränken bereit stand und wie sollte es auch anders sein, die Kulisse für das Spielstück der Entstehung der Johle. Diesem Stück fieberten besonders die Kinder entgegen und schauten gespannt zu, als die Schauspieler durch den Nebel schritten und die geheimnisvolle Geschichte der Johle nachspielten.

Eine Geschichte, die von von einem Gasthof in Oberteuringen handelt, bei dem über Nacht die Waren der Gäste gestohlen werden. Der Diebstahl hörte auf und dafür brachte man eine schauerliche menschliche Gestalt in Zusammenhang, die auf einem Steinhaufen lebte und von der man immer wieder ein Johlen, Jammern und Wehklagen hörte. Ein alter Spuk, der mit dem Abbrennen des Gasthofs aufhörte, aber jedes Jahr in dem Häs der Johle für ein paar Monate zum Leben erweckt wird.

Bürgermeister Ralf Meßmer begrüßte die Fasnet: „Ich wünsche mir für die Erweckung, dass danach keiner mehr pennt.“ Nach dem Erweckungstanz verkündete Boris Pechtl: „Die Fasnet in Oberteuringen ist eröffnet“, um dann der Tanzgruppe „Danceaholics“ und der Lumpenkapelle Froschties Platz zu machen, die für Stimmung sorgten, bis die letzten Besucher in die verschneiten Straßen Oberteuringens verschwanden.

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