Ein typisches, schwäbisches Ehepaar (von links): Wolfgang Engelbert als Paula und Siege Schock.
Ein typisches, schwäbisches Ehepaar (von links): Wolfgang Engelbert als Paula und Siege Schock. (Foto: hab)
Renate Habermaas

Mit viel Humor und einem ideenreichen Programm hat das Duo „MaulArt“, bestehend aus Wolfgang Engelberger und Siege Schock, in der ausverkauften Mühle Oberteuringen schwäbische Eigenarten, Männer- und Frauenklischees und den ganz normalen Alltag in einzelnen Sketchen und Liedern aufs Korn genommen.

„Wir leben jetzt bewusster und gsund“, fing das Gespräch der beiden gleich zu Beginn auf der Bühne an. Viele Enzyme, Joghurtkulturen und vor allem Ballaststoffe. Da stellte sich die Frage: „Soll i drei Vierkornwecken essen oder lieber vier Dreikornwecken?“ Die erste Pointe und die ersten Lacher kamen recht bald – und es sollten noch mehr folgen, denn das Publikum war rasch vom Programm „Jo goht’s no!?“ begeistert. In breitem Schwäbisch wechselten sich die beiden Kabarettisten mit Einzelstücken und gemeinsamen Sketchen und Liedern ab. Schock erzählte seine Geschichten aus dem Leben mit seinen selbst komponierten Liedern auf seiner Gitarre. Dass er sich im Tierheim erst dann einen Hund kaufte, als er noch einen Futtersack dazubekommen und somit das obligatorische Schnäppchen gemacht hatte, gehöre einfach zum Schwabendasein dazu.

Sinn fürs Elementare

Überhaupt drehte sich viel um die Schwaben, ihren Sinn fürs Elementare, um den VfB Stuttgart und den Schwabenhass, der in Berlin herrsche. Engelberger schlüpfte gekonnt in die Rolle des Hausmeisters oder in die der Paula, die sich mit ihrem Mann vor dem Fernseher einen munter-witzigen Schlagabtausch lieferte, und brachte die Zuschauer zum Lachen. Auch die Schwabenhymne mit der Hand auf dem Herz gesungen, durfte nicht fehlen: „Mir schaffen viel ond sin gscheit, zu großen Taten bereit“, als Bekenntnis der Schwaben, die aufs Neue fürs Klischee herhalten mussten. Die Zuschauer waren begeistert und lieferten nach zwei Zugaben noch einmal einen ordentlichen Applaus für die sympathischen Kabarettisten, die mit ihrer augenzwinkernden Aufgeschlossenheit der schwäbischen Lebensart gegenüber groß punkteten.

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