In Oberteuringen wird Inklusion gefeiert

Lesedauer: 6 Min
Michael Tschek

Sich unterhalten, zusammen fröhlich sein, gemeinsam essen mit Menschen, die sich sonst über das Jahr eher selten sehen. Mit jungen und alten Menschen, mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, mit Alteingesessenen und Neubürgern – das war die Idee des Bachäcker-Teams – zusammengesetzt aus den Leitern aller im Haus am Teuringer ansässigen Einrichtungen.

Und diese Idee ist mit dem ersten Sommerfest eindrucksvoll umgesetzt worden. Bei herrlichem Sommerwetter wurde der Platz in der Mitte des Gebäudes am Teuringer am Samstagnachmittag zu einer wunderbaren Begegnungsstätte genau dieser Menschen, die nach dem Wunsch des Bachäcker-Teams zusammengeführt werden sollten.

„Wir sind einfach begeistert und überwältigt“, sagten die zum Team zählende Inklusionsbeauftragte der Gemeinde, Annika Taube, und Michael Friedrich-Gaire vom Büro Gemeinwesenarbeit. Diese beiden bildeten die Schnittstelle in den Vorbereitungen, Vorbereitungen, bei denen sich Teuringer Vereine spontan zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt hatten. Das war einmal die Teuringer Trachtenkapelle unter der Leitung von Fabian Zürn, die musikalisch den Nachmittag begleitete. Und da war auch die Narrenzunft Bitzenhofen, die mit sieben Frauen und fünf Männern nicht nur für das süße und deftige leibliche Wohl der Besucher sorgten, sondern auch von ihren Mitgliedern sämtliche selbstgebackene Kuchen und Torten gestiftet bekommen hatten. Die Auswahl in einer Kuchentheke einer renommierten Konditorei hätte nicht besser sein können. Und da waren auch all die Mithelfenden der ansässigen Einrichtungen im Haus.

Schon zur Begrüßung durch Bürgermeister Ralf Meßmer hatte sich der Platz zusehends gefüllt, zusammengesetzt aus Besuchern aus bis zu vier Generationen. Mittendrin die Bewohner aus dem Haus der Pflege, für die in ihrem Rollstuhl ein schattiges Plätzle vor dem Haus gefunden werden konnte. Sonnenschirme und ein Pavillon boten zusätzlich Sonnenschutz für Besucher und Musikkapelle. „Bis die frisch gepflanzten Bäume Schatten spenden werden, müssen wir noch ein paar Jährchen warten“, scherzte die Inklusionsbeauftragte Annika Taube.

Rallye zum Kennenlernen

„Das Bachäcker-Team hat sich bei seinen Zusammenkünften das Rallye-Spiel ausgedacht“, erläuterte Heike Steier-Schmidt, stellvertretende Leiterin des Kinderhauses. Zusammen mit der Kinderhaus-Leiterin, Sabine Römhild, bot sie verschiedenfarbige Bonbons den Gästen an. Wer Lust hatte, am Spiel teilzunehmen, konnte sich eins aussuchen. Gleichfarbige Bonbons bildeten dann ein Team. Insgesamt 14 bunt zusammengewürfelte Mannschaften waren es, die sich rund um das Bachäcker-Quartier auf den Weg machten, um neun Fragen auf dem Laufzettel zu beantworten wie „Wo steht das blaue Haus und wo ist das Haus mit roter Vorderseite?“

Linda und Luna sowie die Familie Otto hatten die meisten Fragen richtig beantwortet und wurden mit einem Schokoladen-Orden ausgezeichnet. Ziel des Spiels sei es gewesen, während des Rundgangs einfach ins Gespräch zu kommen, erläuterte Sabine Römhild die Idee. Aber auch ohne Teilnahme an dem Spiel gab es an den Tischen und Bänken angeregte Unterhaltungen bei Kaffee und Kuchen oder einem Wurstsalat. So gab es beispielsweise ein Wiedersehen von Wilma und Horst Rehkugler aus Hefigkofen, mit alten Bekannten, oder es erinnerte sich Wolfgang Syré als ehemaliges Gemeinderatsmitglied zusammen mit Ruhestands-Bürgermeister Karl-Heinz Beck an die jahrelange Zusammenarbeit im Gemeinderat.

Musik und Spiele

Unterbrochen wurden die Gespräche nur durch musikalische Einlagen der Trachtenkapelle und den beiden Musikern Pierrick Nzoungani und Patrick Pinda. Mit Perkussion und Gitarre versprühten sie französisch-algerisches Flair aus ihrer Heimat. Für Kinder und Junggebliebene gab es bei Caroline Arnz ein Schwungtuchspiel, bei dem Gegenstände in die Luft geworfen wurden und wieder angefangen werden mussten.

Es sei ein „gelungener Nachmittag“ geworden, bei dem Gemeinschaft, Vielfalt und Inklusion in vollen Zügen ausgekostet werden konnten meinten Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Beck und sein Nachfolger Ralf Meßmer unisono. Und gibt es eine Nachfolgeveranstaltung? Bestimmt, sagten Annika Taube und Michael Friedrich-Gaire. In welcher Form, darüber wird sich das Bachäcker-Team nach dem Fest noch Gedanken machen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen