Michael Tschek

Der Verein „Kinder- und Jugendhilfe Shimshal“ setzt sich seit vielen Jahren für Schulprojekte in Pakistan ein. Vor allem, um die Bildungschancen von Mädchen in dem armen Land zu verbessern. Deshalb wird der Verein auch in diesem Jahr im Rahmen der Aktion „Helfen bringt Freude“ der „Schwäbischen Zeitung“ unterstützt.

„Für unser Schulprojekt in Shimshal und dem Wohnheimprojekt in Karimabad sind finanzielle Unterstützungen seitens unseres Vereins weiterhin dringend notwendig“, sagt die Vorsitzende des Vereins „Shimshal“, Wilma Rehkugler. Momentan ist Rehkugler mit einigen Frauen des Vereins in Oberteuringen damit beschäftigt, Adventskränze zu binden. „Annähernd 50 Stück haben wir schon fertig und der Erlös kommt unserem Verein zugute“, sagt sie. Nein, nicht dem Verein, sondern natürlich ihren Schul- und Wohnheim-Projekten in Pakistan.

Rückschau: Am 24. November 2002 wurde das Schulprojekt Shimshal im Zentrum der vier höchsten Bergmassive Himalaya, Karakorum, Hindukusch und Pamir im Norden Pakistans auf Initiative des Vereins „Shimshal e.V.“ mit Sitz in Oberteuringen gegründet. Shimshal ist eines der abgelegensten Dörfer Pakistans auf 3 200 Meter Höhe, unweit der Grenzen zu China und Afghanistan.

Wenn man sich auf Goggle-Earth die zerklüftete Bergwelt um die Gemeinde Shimshal näher heranzoomt, so sticht der Schul- und Kindergartenkomplex deutlich heraus. Ein Projekt, das sich Wilma Rehkugler nicht etwa aus der Ferne anschaut, sondern in den jetzt bereits 17 Jahren mindestens einmal im Jahr persönlich besucht, um nach den Fortschritten zu schauen und sich um die Abwicklung von bürokratischen Formalitäten zu kümmern – und zwar auf eigene Kosten, wie sie betont. Zwischenzeitlich ist seit 2017 in dem rund 120 Kilometern von Shimshal entfernten Karimabad auf Initiative des Vereins ein Wohnheim für Mädchen und Frauen entstanden.

„Zweites Wohnzimmer“

Für die nimmermüde und vor Energie sprühende Vorsitzende des Shimshal-Vereins (mit einer konstanten Mitgliederzahl von 160-deutschlandweit) ist das Dorf Shimshal irgendwie ihr „zweites Wohnzimmer“ geworden. Nach ihrer jüngsten Reise vom 11. Juni bis zum 12. Juli 2019 konnte sie von einer „weiterhin guten Entwicklung“ berichten, sowohl über das Schulprojekt „Shimshal“ als auch über das Wohnprojekt für 80 bis 100 Mädchen und Frauen in Karimabad.

Im Sommer 2017 wurde der Bau des Wohnheims in Karimabad, der Hauptstadt der Region Hunzal, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zugesagt und die Entstehung ging dann schnell voran. Der Hintergrund des Projektes, für den sich der Verein „Shimshal“ einsetzt, ist es, dort unterstützungsbedürftige Mädchen und Frauen aufzunehmen, die aus armen oder besonders kinderreichen Familien kommen, um ihnen von dort aus die Möglichkeit zu geben, ein College oder eine Universität zu besuchen. Immer wieder werde man damit konfrontiert, dass es viele Waisen und Halbwaisen in Shimshal gibt, stellt Rehkugler fest. Meistens seien es die Männer der Familien, die am Berg als Sherpas oder bei anderen Unfällen ihr Leben verlieren würden, meint sie.

Waisenkinder brauchen Hilfe

Zum Schulprojekt in Shimshal stellt sie fest: „Es sind genügend Lehrer für alle Fächer vorhanden.“ Es laufe nach wie vor alles gut, aber: „Ohne Hilfe beim Schulgeld durch unseren Verein ist der Betrieb jedoch nicht möglich“, meint Rehkugler. Wie ihr vom neuen Bürgermeister Hassan, der auch gleichzeitig Lehrer an der Schule ist, mitgeteilt worden war, wären besonders arme Eltern sowie Waisen und Halbwaisen auf diese Unterstützung angewiesen.

Den Bau des Wohnheimes betrachte sie als „großen Erfolg“. Das Heim sei zwischenzeitlich mit 78 Mädchen belegt und zwar nicht nur mit Mädchen aus Shimshal, sondern auch mit Mädchen aus sehr armen Familien aus den Tälern in der Umgebung um Karimabad. Anschaffungen seien auch hier noch notwendig. Anschaffungen, die nicht im Antrag des BMZ aufgeführt waren und zu dieser Zeit noch nicht bedacht wurden. So sei ein System auf dem Dach des Wohnheimes notwendig, mit dem mit Solarenergie warmes Wasser geliefert werden könne, stellt die Vorsitzende heraus. Es sei weitere finanzielle Unterstützung notwendig. Über jede Zuwendung freue sich der Verein und sei dankbar dafür.

Helfen bringt Freude

Fluchtursachen bekämpfen, menschenwürdiges Leben ermöglichen: Diesen Schwerpunkt setzen wir auch in diesem Jahr mit unserer Weihnachtsspendenaktion. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch oder ab 200 Euro automatisch erstellt. Möchten Sie namentlich auf der Dankseite erscheinen, setzen Sie bitte ein X in das erste Feld des Verwendungszwecks.

Spendenkonto

Caritasverband der Diözese

Rottenburg-Stuttgart e. V.

Bank für Sozialwirtschaft Stuttgart

IBAN:

DE90 6012 0500 0001 7088 00

BIC: BFSWDE33STG

Stichwort: Helfen bringt Freude

schwaebische.de/

weihnachtsspendenaktion

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