Gasthof Adler in Oberteuringen: Brandursache noch nicht abschließend geklärt

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Brandursache noch nicht abschließend geklärt
Brandursache noch nicht abschließend geklärt (Foto: Maximilian Eppler)
Lydia Schäfer

Der Brand im Gasthof Adler hat doch weitreichendere Folgen, als ursprünglich gedacht. Ein Flammenschlag in der Küche, der sich mutmaßlich über die Dunstabzugshaube in die weiteren Etagen bis hin unter die Dachhaut ausbreitete, scheint die Ursache gewesen zu sein. Wie und ob es mit dem Gasthof Adler weitergeht, kann Inhaber Manfred Denner noch nicht absehen. „Bis auf Weiteres muss der Gasthof geschlossen bleiben. Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht“, sagt er.

Zeitweise waren 120 Feuerwehrkräfte der Wehren Oberteuringen, Markdorf sowie der Stadt Friedrichshafen mit mehreren Abteilungen im Einsatz. Der Küchenbrand selbst konnte rasch gelöscht werden, breitete sich jedoch in den Zwischendecken weiter aus. Die anschließende Brandbekämpfung zog sich über viele Stunden bis zum Mittwochmorgen hin und erforderte einen hohen Personaleinsatz, informiert der Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis.

Durch die starke Rauchentwicklung konnten die Feuerwehrkräfte das Gebäude nur mit Atemschutzgeräten betreten. Nach dreißig Minuten musste aus Sicherheitsgründen ein personeller Austausch erfolgen. Die Schnelleinsatzgruppe (SEG)Friedrichshafen, bestehend aus Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe, sorgten für die medizinische Versorgung der eingesetzten Atemschutzträger und für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Die SEG war bis 1.30 Uhr vor Ort und wurde dann von der SEG Tettnang abgelöst, sagt der DRK-Kreisverband des Bodenseekreises.

Um die Sicht für die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Inneren des Gasthofes zu erleichtern, kamen sogenannte Drucklüfter zum Einsatz, deren Funktion man mit Hochleistungs-Ventilatoren beschreiben könnte. „Zunächst ist die Wehr noch von einem isolierten Küchenbrand ausgegangen“, informierte Maximilian Eppler, Pressesprecher der Feuerwehr Oberteuringen. „Doch durch die Ausbreitung in den Zwischendecken und die aufwendigen Löscharbeiten hat sich herausgestellt, dass auch der Gastraum und die darüberliegenden Gästezimmer stark in Mitleidenschaft gezogen wurden“, so Eppler. Löscharbeiten, die über das Dach vorgenommen werden mussten, erforderten den Einsatz von Drehleiterwagen.

Riskanter Einsatz

Die auf dem Dach liegenden Freileitungen zur Stromversorgung mussten aus Sicherheitsgründen vom Energieversorgungsunternehmen abgestellt werden, da ansonsten Lebensgefahr für die Einsatzkräfte bestanden hätte. Daher waren die Nelkenstraße, der Mohnweg, Teile der Kornstraße und Bereiche entlang der Bundesstraße 33 bis 1.30 Uhr ohne Strom.

Am Mittwochmittag musste aus den gleichen Gründen der Strom nochmals kurz ausgeschaltet werden, da seitens der Feuerwehr noch Nacharbeiten nötig wurden, erklärte die Ortsverwaltung Oberteuringen. Allerdings sei die Stromversorgung jetzt wieder gewährleistet.

Die genaue Klärung der Brandursache ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlung. „Bis jetzt liegen noch keine neuen Erkenntnisse vor“, erklärt Markus Sauter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.

Nach wie vor schätzt die Polizei den Sachschaden auf 500 000 Euro. Genauere Angaben könnten nach einem Gutachten gemacht werden.

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