Ganze Straßen stehen im Mai unter Wasser

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Sturzbäche fließen durchs Dorf, Garagen laufen voll, Kanäle sind verstopft: Bei Starkregen ist es in Oberteuringen in diesem Jahr schon an der einen oder anderen Stelle richtig ungemütlich geworden. Die Gemeinde will jetzt die kritischen Punkte zusammen mit einem Ingenieurbüro untersuchen, um die Ursachen herauszufinden und Abhilfe zu schaffen. Unabhängig davon arbeitet man an einem Konzept für den Fall des sogenannten „100-jährigen Hochwassers“. Dann würde die Rotach laut Berechnungen das komplette Dorf fluten.

Überflutet war am 19. Mai dieses Jahres der Rebhuhnweg in Oberteuringen/Bitzenhofen. „Der Ablaufkanal bereitet Schwierigkeiten“, sagt Werner Wetzel, der Leiter der Bauverwaltung, beim Vororttermin. Seit einigen Jahren habe sich die Wassermenge gesteigert, die bei Regen in den Kanal fließt. Den genauen Grund dafür kennt man noch nicht. „Wir forschen gerade nach“, sagt Wetzel. Außerdem war bei einem Starkregen im verdolten Abschnitt des Kanals „Material drin, das hätte nicht drin sein dürfen“, sagt Wetzel weiter, „richtiger Bauschutt, es ist unerklärlich, wo das herkam“. Man habe den Kanal mittlerweile gespült. Auch der Zulauf in die Röhre ist bei Regen immer wieder verstopft, weil von angrenzenden Grundstücken Gras und kleine Äste in den Kanal schwimmen und am Einlauf hängen bleiben. Alles zusammen führte dazu, dass der Rebhuhnweg in diesem Bereich völlig überschwemmt war und zwei Garagen vollliefen.

Werner Wetzel stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die weiteren kritischen Punkte vor. Auf einem Video der Feuerwehr sieht man, wie das Wasser nach einem Starkregen die Eulenstraße und die Gehrenbergstraße in Bitzenhofen runterstürzt. Das Wasser drückt bis zu 20 Zentimeter aus den Kanalöffnungen nach oben. „Dabei ist sehr viel Oberflächenwasser auf einmal zusammengekommen“, sagt Wetzel, der Querschnitt des Kanals habe in diesem Fall nicht mehr ausgereicht. Laut Wetzel sind diese Probleme in Oberteuringen neu. „Wir werden die Punkte mit einem Ingenieurbüro untersuchen“, sagt er. Dabei sollen nicht nur die Kanäle an sich geprüft werden, sondern auch die Möglichkeiten, „Grundstücke anders zu entwässern, das Wasser muss in die Fläche gehen“.

Für das Gebiet hinter dem Baugebiet am Rebhuhnweg könne eine Entlastung durch einen zusätzlichen Graben geschaffen werden, der das Wasser an den Häusern vorbei zum Rombach bringt. Diesen Vorschlag machte im Gemeinderat Maximilian Eppler (CDU). Vor dem Rombach könne dann das bereits vorhandene Auffangbecken erweitert werden. Auch der Rombach macht aber bei Starkregen an der einen oder anderen Stelle Probleme, „der kommt relativ schnell an die Grenze“, sagt Wetzel.

Auch von anderen Bürgern Oberteuringens wurden Probleme gemeldet, dass bei Starkregen das Wasser über die Straße auf die Privatgrundstücke und teilweise in die Keller läuft. Zusammen mit dem Bauhof sollen auch diese Stellen untersucht werden. Eine Überlegung sei, dann eine Gefahrenkarte anzufertigen. „Damit wir die Bürger informieren können, wo es zu Schwierigkeiten kommen kann.“ Auch die Hinweise aus der Bürgerschaft seien diesbezüglich wichtig.

In der Vergangenheit gab es auch an der Rotach immer wieder kleinere Überschwemmungen. Laut Wetzel tritt sie als Erstes am Kiesgrubenweiher beim Grillplatz über die Ufer. Hier wurde in diesem Jahr bereits der Kiesweg ausgespült, der Fußweg sei wieder repariert worden. „Richtig kritisch wird es erst ab dem 50-jährigen Hochwasser“, sagt Wetzel, „und bei einem 100-jährigen wird ganz Oberteuringen überflutet.“ Oberhalb von den Sportanlagen trete sie dann nach Berechnungen aus dem Bachbett, fließe quer durch den ganzen Ort und an der Bachäckerstraße wieder rein. Hier sei bereits ein Auftrag an ein Ingenieurbüro vergeben worden: „Es wird untersucht, wie wir das entschärfen können“, sagt Wetzel. Es gebe erste Überlegungen, etwa einen Hochwasserschutzdamm oberhalb der Sportanlagen zu bauen.

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