Das Kennenlernen der technischen Geräte gehört zur Ausbildung der Kinder- und Jugendfeuerwehr.
Das Kennenlernen der technischen Geräte gehört zur Ausbildung der Kinder- und Jugendfeuerwehr. (Foto: Michael Tschek)
Schwäbische Zeitung
Michael Tschek

Zehn Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren in der Jugendfeuerwehr und 15 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren in der Kindergruppe sind die „zarten Pflänzchen“, die die Freiwillige Feuerwehr Oberteuringen teils spielerisch, aber teils auch schon mit Übungen an den technischen Geräten an die Aufgabengebiete der Wehr heranführen will.

47 Floriansjünger bilden derzeit die Mannschaft der Oberteuringer Feuerwehr. Wie Kommandant Alexander Amann bei der jüngsten Jahreshauptversammlung mitteilte, konnten seit letztem Jahr sechs Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen werden. Ein Indiz dafür, dass in Oberteuringen auf den Nachwuchs ein besonderes Augenmerk gelegt wird.

„Wir haben seit 1992 eine Jugendfeuerwehr“, ist vom Kommandanten zu erfahren. Martin Jehle, selbst Kommandant von 1992 bis 2007, sei der Gründer gewesen, ergänzt Amann. Und wie sich seither dem Nachwuchs angenommen wird, zeigt wie intensiv Jugendleiter Oliver Wirth und sein Stellvertreter Martin Hager mit ihrer Truppe mit den Jugendlichen üben. Allein 39 Probeabende hätten sie mit ihren zehn Jugendlichen im vergangenen Jahr durchgeführt und dabei vom richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher über Schläuche rollen, Entfernen einer Ölspur, Erster Hilfe bis hin zum Retten einer eingeklemmten Person aus einem Auto verschiedene Szenarien durchgespielt, berichtete Martin Hager bei der Jahreshauptversammlung.

„Im Mai 2016 wurde die Idee einer Kindergruppe geboren“, erzählt Kommandant Ammann. Die Resonanz sei gleich „groß“ gewesen, dass gleich 17 Kinder sich zu einem Pilotprojekt gemeldet hätten. Seit letztem Jahr sei dies nun unter der Leitung von Laura Mayer eine feste Einrichtung geworden. „Wir führen die Kleinen spielerisch an die Tätigkeiten der Feuerwehr heran“, meint Laura Mayer. Die Jüngsten zwischen sechs und zehn Jahren wüssten inzwischen, wo zu Hause der Feuerlöscher hängt, wissen, was sie am Telefon zu sagen haben, wenn sie 112 anrufen.

In voller Feuerwehrmontur

Natürlich stehen bei den Kindern auch Kürbisschnitzen zu Halloween, oder Wasserspiele und eine Tour im Feuerwehrauto auf dem Programm. Spiele, Spaß und Ausflüge sind auch bei der Jugendfeuerwehr ein fester Bestandteil der Ausbildung. „Bei der Ausbildung wird auch sehr viel Wert gelegt auf das Verantwortungs- und Zusammengehörigkeitsgefühl“, erklärt Alexander Amann. Von den Ausbildern würden pädagogische Fähigkeiten verlangt, die aber auch durch Ausbildungen geschult werden, sagt er. Dass sie über diese durchaus verfügen, haben Laura Mayer, Martin Hager, Christoph Ulmann und Martin Vogt kürzlich bei einem Probeabend mit den Kindern und Jugendlichen im Feuerwehrhaus unter Beweis gestellt.

Für Bostiano Cammarota, Emma Ströhle, Moritz Kutschis und Anna Knaus wurde es ein ganz besonderer Abend – sie wurden nämlich von den „Kleinen“ zu den „Großen Kleinen“, sprich der Jugendfeuerwehr übernommen. Noch in Zivilkleidung haben sie von Martin Hager und seinen Mitstreitern erfahren, welche Geräte sich an und in einem Feuerwehrauto befinden. Anschließend ging es hoch in den Unterrichtsraum der Jugend, um dort in der Theorie durchzuspielen, was und in welcher Reihenfolge die Feuerwehrmänner zu tun haben bei einem Unfall, bei dem ein Auto gegen einen Baum gefahren ist. Erstaunlich, welches Wissen die Kinder bereits mitgebracht hatten. Und dann kam der große Augenblick für die Kleinen- im Umkleideraum wurden sie mit Hosen, Jacken, Schuhen und Helmen ausgerüstet und dürfen ab jetzt mit den Jugendlichen in voller Feuerwehrmontur mitmachen.

Fazit: Die Oberteuringer Feuerwehr investiert leidenschaftlich Zeit in die Ausbildung des Nachwuchses getreu ihres Mottos: „Jugendfeuerwehr – ohne uns wird’s brenzlig“.

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