Erste Flugversuche beim Aero Modellclub Graf Zeppelin

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 Die Flugbedingungen am Donnerstag sind ideal: die Nachwuchspiloten fliegen bei guter Thermik und wenig Wind.
Die Flugbedingungen am Donnerstag sind ideal: die Nachwuchspiloten fliegen bei guter Thermik und wenig Wind. (Foto: Vivien Götz)
Vivien Götz

Spektakuläre Loopings schlagen oder geräuschlos durch die Luft schweben: Bei den Ferienspielen haben Kinder aus Oberteuringen die Gelegenheit, das Modellfliegen für sich zu entdecken. Unter der Anleitung erfahrener Piloten des Aero Modellclub Graf Zeppelin werden die jungen Piloten an das Steuer der Modellflieger herangeführt.

„So ein Flugzeug funktioniert nicht wie ein Fahrrad, das reagiert verzögert und trotzdem sehr empfindlich auf die Schaltbefehle vom Steuerpad“, erklärt Wolfgang Schreiner seinen beiden Flugschülerinnen. Insgesamt 15 Jungen und Mädchen sind zum Flugplatz des Aero Modellclub Graf Zeppelin gekommen. „Wir hatten schon Angst, dass wir die einzigen Mädchen sind und das schlechter können als die Jungs“, sagt die neunjährige Carla – sie hat sich zusammen mit ihrer Freundin Anna angemeldet.

„Das stimmt überhaupt nicht. Mädchen stellen sich am Anfang meistens geschickter an als die Jungen, weil sie vorsichtiger mit der Steuerung sind und nicht so auf Risiko fliegen“, berichtet Fluglehrer Wolfgang Schreiner. In der Unterzahl sind sie allerdings schon – auf zwölf Jungen kommen an diesem Morgen drei Mädchen.

Im Aero Modellclub Graf Zeppelin setzt sich dieses Bild fort: Unter den rund 70 Mitgliedern ist im Moment keine einzige Frau. Doch vielleicht ändert sich das ja demnächst – Carla und Anna sind konzentriert bei der Sache, die zweite Flugrunde sieht schon viel besser aus als die erste. „Carla, das machst du grade sehr gut“, lobt Wolfgang Schreiner. „Ich mach eigentlich gerade gar nichts“, erwidert die Neunjährige. Das sei ein ganz wichtiger Aspekt, erklärt Schreiner. Wenn man erkenne, dass die Modellsegler von alleine eigentlich am schönsten fliegen und nur hin und wieder korrigiert werden müssen.

Während die Blicke von Schülern und Lehrern den Flugzeugen am Himmel folgen, tauchen plötzlich mehrere Bussarde und ein Storch über dem Flugfeld auf. „Das ist schon faszinierend, wie intelligent diese Vögle sind. Wenn die sehen, dass die Flugzeuge eine gute Thermik haben und steigen, gesellen die sich schon öfters mal dazu“, schildert Wolfgang Schreiner.

„Die Bedingungen für den Modellflug sind heute ideal. Wir haben gute Thermik und kaum Wind. Da funktioniert der Lehrer-Schüler-Betrieb auch sehr gut“, erklärt der 65-Jährige. Die Fernsteuerungen der Kinder sind über Funk oder Kabel mit den Steuereinheiten der Lehrer verbunden, die im Zweifel eingreifen können, und die verschiedenen Steuermöglichkeiten erst nach und nach den Kindern überlassen. Wolfgang Schreiner und seine Vereinskollegen würden sich freuen, wenn einige der Kinder dauerhaft zum Modellfliegen finden würden. „Es ist ein tolles Hobby. Es verbindet Fingerspitzengefühl, technisches Wissen und Aerodynamik“, sagt Schreiner.

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