Eine Woche lang spielen und entdecken

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Ruth Maria Schwamborn

Eine Woche lang dürfen sich insgesamt 30 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren im „Mini-Oberteuringen“ im St. Martinus Haus in Oberteuringen austoben. Eine Woche Spielen, Kochen und Backen, Experimentieren, Basteln oder mit den Freunden Rollerfahren und Federballspielen, lachen und Spaß haben: pures Kinderglück.

Dass die Aktion viel Freude bereitet, hatte sich wohl herumgesprochen, denn so viele Kinder wie in diesem Jahr gab es noch nie, bestätigte die Leiterin Alexandra Krause. Viele waren zum ersten Mal dabei, aber es gab ebenso begeisterte „Wiederholungstäter“ unter ihnen. Das konnte auch die siebenjährige Filine berichten: „Meine Freundin Juna hat erzählt, dass es total cool hier ist und da wollte ich dann auch mitmachen.“

Spezielle Aktivitäten

Am Eröffnungstag hatten die Kinder die Aufgabe, sich selbstständig in Zweier- oder Dreierteams zusammen zu finden und diese Konstellation die gesamte Woche beizubehalten. Nicht immer so einfach, wenn man sich noch nicht kennt, doch für anstehende oder bestehende Schwierigkeiten haben die Beteiligten bei der täglichen Morgenbesprechung die Möglichkeit, ihre Sorgen, Probleme und Nöte zur Sprache zu bringen. Doch auch sonst haben Alexandra Krause und ihr Team immer ein offenes Ohr für ihre kleinen Teilnehmer.

Apropos Team: Dieses wird jeden Tag um eine außenstehende Person bereichert, die spezielle Aktivitäten anbietet, für die es einen spezifischen Sachverstand und Anleitung benötigt. „Ich kann zwar schon sehr viel, aber alles halt auch nicht. Und manches können andere eben besser als ich“, erklärt Krause lachend.

So eine Bereicherung nehmen die Kinder gerne an, bedeutet dies doch eine neue Chance auf ein interessantes Angebot an diesem Tag. Ob ein Halma-Spiel in der Holzwerkstatt bauen, einen Geburtstagskalender, ein Armband oder eine Kette für die Mama basteln oder in einem Wochenprojekt ein Drachenbild herstellen, die Kinder haben morgens die Möglichkeit, in einem rollierenden System zwei Angebote wahrzunehmen. Nachmittags ist immer nur eine Sequenz geplant, denn die Kinder sollen ja auch zwischendrin genügend Zeit für sich und ihre Freunde haben, um eine Runde Ball oder Hockey zu spielen. Körperliche Bewegung sei genauso wichtig wie jeden Tag einen neuen experimentellen Anreiz zu setzen, so Alexandra Krause. „Die Kinder sollen ja auch ihre Ferien genießen, und dazu gehört neben tollen Angeboten auch einfach die freie Zeit.“

So viel frische Luft macht aber auch hungrig, und so darf jedes Team auch einen Tag in die Küche, denn die Kinder kochen unter Anleitung jeden Tag ihr Mittagessen frisch und selbst. An dem Tag stand Pizza und Vanillepudding auf dem Speiseplan. Das Rathaus-Team, das für die organisatorischen Dinge und Abläufe zuständig ist, kümmerte sich in einer Befragung der einzelnen Kinder um die Vorlieben beim Belag. Denn schließlich soll es hier jedem schmecken und ein jeder satt werden.

Alexandra Krause ist immer wieder begeistert davon, wie sich die Kinder gegenseitig helfen und unterstützen. In der Tat war es sehr gut zu beobachten, wie achtsam die Heranwachsenden im Umgang miteinander waren. Da bot der siebenjährige Niklas beim Nagelfadenbild dem gleichaltrigen Noah seine Hilfe an, und auch die neunjährige Amy fragte die zwei Jahre jünger Filine: „Soll ich dir zeigen, wie es geht? Ich zeige es dir gerne nochmal, das macht mir nichts aus!“ Filine nahm dies dankbar an und alle Kinder waren sich sicher: „Nächstes Jahr kommen wir ganz bestimmt wieder!“

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