Ein offenes Atelier für jeden

Thomas Schalski und ingrid Henning sind Vorsitzende des neu gegründeten Vereins „Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Bodenseeregi
Thomas Schalski und ingrid Henning sind Vorsitzende des neu gegründeten Vereins „Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Bodenseeregion“. (Foto: Lydia Schaefer)
Schwäbische Zeitung

Jetzt ist es soweit: Der Verein „Bürger für Bürger Oberteuringen“ und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Bodenseekreis haben das „Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Bodenseeregion“ (ZSL) als Verein gegründet. Der Eintrag ins Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit sind beantragt. Bereits seit anderthalb Jahren arbeiten Ingrid Henning und Thomas Schalski an der Vereinsgründung, die sich pandemiebedingt verschoben hat.

„Die Zentren für selbstbestimmtes Leben sind Organisationen von Menschen mit Behinderung, die sich für die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben engagieren“, erklärt Thomas Schalski. In Baden-Württemberg gibt es bisher zwei ZLS-Vereine. „Einen in Stuttgart und jetzt auch hier im Bodenseekreis“, so Schalski. Die Idee dahinter ist, Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung einen selbstbestimmten Alltag zu ermöglichen. Dazu gehören auch Projekte, die inklusiv arbeiten, sprich Angebote zu schaffen, die sowohl für Menschen mit Beeinträchtgungen gedacht sind, als auch für Menschen ohne geistige oder körperliche Einschränkungen.

Ingrid Henning hatte die Idee zu einer Kreativwerkstatt, die nach diesem Vorbild arbeiten möchte. „Ich habe bereits selbst in einem Kreativatelier gearbeitet“, sagt sie. Dazu benötigt der Verein aber noch die nötigen Räumlichkeiten. „Jeder ist dort willkommen. Auch Menschen, die jetzt vielleicht nicht kreativ tätig sein möchten, können zum Reden oder zuschauen hereinschauen. Meistens beteiligen sich dann diese doch irgendwann und finden einen Weg sich künstlerisch auszudrücken“, weiß sie aus Erfahrung. In dem offenen Atelier sollen dann Angebote wie Malen, Nähen, Upcycling-Projekte, Metall- und Holzarbeiten, Kartengestaltung und Musizieren umgesetzt werden. „Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, die sich in der Zusammenarbeit entwickeln können“. Die Materialien wird der Verein stellen, „außer jemand möchte beispielsweise einen Stuhl upcyclen. Dann müsste er das Möbelstück natürlich mitbringen“. Die ersten Zuschüsse seien bei der „Aktion Mensch“ bereits beantragt „und das werden wir auch bekommen“, sagt Schalski.

Was fehlt, ist der benötigte Raum, der auch bezahlbar sein sollte. Er sollte um die 100 Quadratmeter groß sein. Dabei spiele es keine Rolle, ob das eine ehemalige Werkstatt sei oder eine Scheune oder ein Abrisshaus, das man auf Zeit mieten könne. „Nach Möglichkeit, wäre uns ein Raum in Friedrichshafen am liebsten“, sagt Ingrid Henning, da die Werkstatt eine gute Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr benötige. „Ailingen hat auch eine gute Busanbindung. Wir könnten uns auch Meckenbeuren vorstellen“, so Henning. Wichtig ist dem Verein, dass die Kreativwerkstatt jetzt vorangebracht und das der Inklusionsgedanke gelebt werde. Die Arbeit im Atelier solle dann jeder Teilnehmer selbstbestimmt durchführen. Sobald der Verein einen Raum gefunden hat, wird die Kreativwerkstatt eröffnen.

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