Ein mörderisch gutes Menü mit Mordfall in der Oberteuringer Mühle

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Zwischen den Mahlzeiten: Die Schauspielerinnen Felixa Dollinger (links) und Christina Rieth suchen auf amüsante Art und Weise im (Foto: Lydia Schäfer)
Schwäbische Zeitung
Lydia Schäfer

Ein mörderisch gutes Menü servierte das Team der Oberteuringer Mühle seinen Gästen. Mit dabei zwei Schauspielerinnen, die sich selbst spielen: Miriam Kaminsky (Felixa Dollinger) und Carlotte Büchner (Christina Rieth). Die beiden setzten zum Krimidinner an, scheiterten aber an fehlenden Requisiten. Schade eigentlich, sollte man meinen. Doch dann geschah in Oberteuringen doch noch ein Mord. Und zwar genau vor der Mühle, zu dem Zeitpunkt, als die rund 100 Besucher vor der Bühne ihren „Bloody Lake of Constance“ in Form einer Tomatensuppe zu sich nahmen. Felixa Dollinger kam in ihrer Rolle als Miriam Kaminsky zurück und berichtete ohne Punkt, Komma und sonstigen grammatikalischen Notwendigkeiten von ihrer Entdeckung vor dem Haus.

In ihren verbalen Geschwindigkeitsräuschen wurden drei Dinge klar: Mühle, Mord, Leiche. Als Besucher fragte man sich schon, wann sie denn mal Luft holen würde. Die Schauspielerinnen wechselten im weiteren Verlauf dieses kurzweiligen Menübegleiters laufend ihre Rollen. Da ermittelten in fliegenden Rollen mal Kommissarin und Mitarbeiterin des Spurensicherungsteams, sie suchten im Publikum nach Verdächtigen, um in nächsten Moment als schusselige Schauspielerin, aufgeregte Schwiegermutter der Toten, abgeklärte Nachbarin, weinerliche Freundin der Ermordeten oder als eine von sich überzeugte Bühnenakteurin auf dem Verhörsessel Platz zu nehmen.

Mittendrin im Publikum

Und immer mittendrin im Publikum, das in die Ermittlungen einbezogen wurde. Die Leute ließen sich nicht lange bitten und machten mit. Sie leerten ihre Taschen, gaben bereitwillig zu, dass sie ihren Partnerinnen einen Mord zutrauen würden oder bezichtigten den Kellner als vermeintlichen Täter. Kurzum, das Publikum ließ sich charmant vorführen und das Team Dollinger/Rieth bewies Improvisationskunst, indem es Zwischenrufe in ihr Programm einbaute. Ein absolut unterhaltsamer Abend, der neben dem Mitmachcharakter auch noch Kulinarisches zu bieten hatte. „Das Mühlenteam bewirtet und hat auch das Essen selbst gemacht“, erklärt Irmgard Dollansky. Als „zentrales Tatgeschehen“ gab es eine Henkersmahlzeit aus Schweinefilet, ummantelt mit Kräuterfarce und frischem Gemüse sowie Bandnudeln.

Die Schauspielerinnen kamen aber rechtzeitig vor dem „Happy End“, einem „Mordsnachtisch zum Selbstvollenden“, wieder auf die Bühne und lösten den Fall. Das Dessert kam in Form einer Eiskugel mit Waffel und einer Spritze. Darin die blutrote Erdbeersoße als Teil des Bausatzes. Als Zugabe gab es für die Besucher noch eine Schokobombe oder einen Espresso. Es mag in der Mühle das erste Krimidinner gewesen sein, aber es bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte war.

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