Demonstration des Könnens und der Erfahrung

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Bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr geht alles Hand in Hand.
Bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr geht alles Hand in Hand. (Foto: Picasa)
Wilfried Geiselhart

Feueralarm mitten in Oberteuringen – im neuen „Haus am Teuringer“. Ein Brand im Kinderhaus hat zu einer starken Verrauchung geführt. Betroffen ist offenbar ein Hauswirtschaftsraum. Hilferufe sind zu hören. Im Rahmen der wöchentlichen Hauptreinigung befinden sich zwei Reinigungskräfte im Obergeschoss des Gebäudes. Weitere Personen sind nicht im Kinderhaus. Eventuelle Fluchtwege scheinen in jedem Fall aber abgeschlossen. Kurz nach 14 Uhr hat die Brandmeldeanlage angeschlagen und die Feuerwehr informiert. Menschenleben sind in Gefahr. Jetzt geht es um Sekunden.

Ein schlimmes Szenario – zum Glück kein Ernstfall, aber eine realitätsnahe Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Oberteuringen, die am Samstagnachmittag auch für Aufsehen bei Passanten und Bewohnern sorgte. Eine geglückte Standortwahl, bei der sich neben den vielen Zuschauern und Umstehenden auch Bürgermeister Ralf Meßmer davon überzeugen konnte, mit welch hervorragendem Ausbildungstand und mit welcher Präzision die Oberteuringer Feuerwehren zu Werke gehen.

Für große Transparenz sorgten die Informationen via Mikrofon durch Löschmeister Tobias Riether. Neben den Feuerwehrkameraden war auch die Abteilung Stadt der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen beteiligt, die mit einer modernen ausfahrbaren Drehleiter unterstützte. Für die Versorgung der eventuell verletzten Personen und zur Eigensicherung war die gemeinsame Schnelleinsatztruppe der DRK und der Johanniter Unfallhilfe alarmiert.

Zur Chronologie der Hauptübung: Vier Minuten nachdem der Alarm ausgelöst wird, rückt bereits das erste Feuerwehrfahrzeug aus. Schnell und doch besonnen wird die Lage von Thomas Bals, der als stellvertretender Kommandant für die Einsatzleitung zuständig ist, erkundet. Jeder Handgriff sitzt, jeder weiß, was er zu tun hat. Wenig später treffen auch die Kameraden aus Friedrichshafen ein. Schweres Atemschutzgerät wird benötigt, auch eine mobile Leiter kommt zum Einsatz. Schnell kann eine Person vom Fenster aus über die ausgefahrene Drehleiter gerettet werden. Die zweite Person ist dazu nicht in der Lage, da sie noch unter Schock steht. Sie ist aber außer Gefahr und wird im inzwischen gesicherten Gebäude betreut. Auch der Brandherd konnte mittlerweile gelöscht werden. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. Jetzt kommen große Lüfter zum Einsatz, um das Gebäude rauchfrei zu bekommen. Dann kann auch die zweite Person über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden.

Feuerwehrkommandant Alexander Amann bilanziert: „Alles gut. Die Übung ist so abgelaufen, wie es sein soll.“ Es gibt verdienten Beifall der Zuschauer – und bei vielen Umstehenden dürfte sich das gute Gefühl eingestellt haben, dass auf die Feuerwehren im Ernstfall Verlass ist.

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