„Das Mühlenjahr war ein gutes Jahr“

Lesedauer: 4 Min
Gudrun Schäfer-Burmeister

Stellvertretend für das engagierte Team aus Ehrenamtlichen blickt Irmi Dollansky auf ihre persönlichen Highlights im Jubiläumsjahr des Kulturhauses zurück. 2018 stand im Zeichen von 15 Jahren Kleinkunst im besonderen Ambiente des denkmalgeschützten Mühlengebäudes aus dem 15. Jahrhundert. In diesen Jahren hat sich die Mühle zu einem nachgefragten und bekannten Veranstaltungsort gemausert, der trotz konkurrierender Angebote in der Region nicht über Besuchermangel klagen kann. Anteil am Erfolg hat auch das eigene Bewirtungsteam, das bei jeder Veranstaltung kleine, frische Gerichte serviert.

Irmi Dollansky hat das Veranstaltungsjahr in Zeitungsausschnitten feinsäuberlich archiviert. Beim Durchblättern des Ordners wird auch das lebendig, was in der Berichterstattung nicht enthalten ist. „Unsere gefahrene Linie ist erfolgreich, aber der Fokus muss nicht immer auf ‚volles Haus‘ liegen, ich wünsche mir auch Nischenprogramme.“ Ganz toll habe das Jahr mit dem Trio Libertango begonnen. „Wow, so ein Programm findet man in Oberteuringen“ sei zu hören gewesen. Das Haus: ausverkauft. Und auch beim Balkanbeat der Kapelle Fröschl: Bude voll. Die Eiserne Hochzeit von Baden und Württemberg wurde mit Wangler und Sauer kabarettistisch gefeiert.

Die schwäbische Folkband Wendrsonn – sonst im Stuttgarter Raum große Hallen füllend – kam schon zum zweiten Mal nach Oberteuringen. Die offizielle Geburtstagsfeier 15 Jahre Mühle wurde im März als KuLTus-Night mit vierfacher Comedy- und Kabarett-Besetzung gefeiert. Thin Mother, zoffvoices, das Theater Ravensburg, Liedermacher Michael Fitz – über jeden Auftritt gäbe es Geschichten zu erzählen. Das italienische Sommerflair beispielsweise, das Gainni Dato auf die Bühne bringt und das großartige Rudelsingen, ein Format, das sicher wiederholt wird, denn da konnte sich jeder gesanglich austoben. Freches Frauen-Kabarett kam mit dem Dollingerietheater, ARTango brachten lateinamerikanische Musik nach Oberteuringen.

Und Lucy Kuhl „spielt Klavier, das ist vom Feinsten“, schwärmt Dollansky und erzählt nebenbei, dass die Berlinerin selbstverständlich mit dem Zug anreiste. Der Transfer zum Veranstaltungsort und Hotel und die Verpflegung der Künstler gehören eben auch zum ehrenamtlichen Engagement. Lieder aus aller Welt spielten Dos Mundos, Whiskytasting mit Bluesrock von Hard Again und eine Lesung des Poetenkreises Oberteuringen rundeten das Jahr ab. Drei Theatervorstellungen für Kinder und die Feuerschau von Mancucéla für die ganze Familie zogen den Publikumsnachwuchs zur Mühle.

Neben den Saalevents bot die Galerie in der Mühle neun sehr unterschiedliche Ausstellungen, bei deren Vernissagen das Team Mühlencafé mit Kaffee und Kuchen bewirtet hat. „Besonders gut gefielen mir die Farbwelten und Formen der Diakonie Pfingstweid“, berichtet Irmi Dollansky, um nur eine zu nennen. Auch der „KunstRaum“ entlang der Rotach und im Pfarrgarten hat Zuwachs bekommen. Einen großen Aufreger verursachte „Kaspar Hauser und sein Mörder.“ Das Arrangement bekam aufgrund elterlicher Sorge einen neuen Standort und die Kinder erhielten eine Erläuterung, welche Geschichte die Holzfiguren erzählen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen