Campus-Gebäude heißt jetzt „Haus am Teuringer“

Lesedauer: 6 Min

Das Kind hat endlich einen Namen: Das Lebensraum-Campus-Gebäude in Oberteuringen heißt künftig „Haus am Teuringer“. Der Gemeinderat hat am Donnerstag den Vorschlag der Ravensburger Werberagentur D-Werk abgesegnet. Echte Begeisterung für das Namenskonzept kam allerdings nicht auf im Rat. Ebenso wenig bei der Ankündigung des Projektsteuerers Joachim Keinarth, dass die Baukosten für das Mammutprojekt weiter steigen werden.

Mit „Teuringer“ sei nicht zwangsläufig der Mensch gemeint, man könne dabei auch einfach an einen Platz denken oder das gesamte Quartier, sagt Bürgermeister Ralf Meßmer zum neuen Namen für den Campus. „Das Haus samt Platz und der Einrichtungen – das Gesamte ist für mich der Teuringer“, sagt Bürgermeister Meßmer der SZ. Der Begriff lasse sicher vieles offen. Entscheidend für den Bürgermeister: „Man hat sofort den Bezug zu Oberteuringen“, man merke, dass die Einrichtung ganz eng mit der Gemeinde und deren Bürgern verbunden sei.

Bereits in der öffentlichen Sitzung im März war der Vorschlag „Am Teuringer“ vom D-Werk von den Räten diskutiert worden, damals konnten sie sich zu keinem Entschluss durchringen. Mittlerweile wurde nichtöffentlich weiter beraten, das D-Werk nahm leichte Korrekturen vor. Aus „Am Teuringer“ wurde das „Haus am Teuringer“, das blaue Herz steht jetzt vor dem Schriftzug und nicht dahinter. Wesentliches sei nicht geändert worden, meinte Meßmer, dennoch sei die „Ehrenrunde“ als nichtöffentliche Beratung nötig gewesen.

„Hier ensteht ein Ort in Oberteuringen für Oberteuringen“ – an diesem Punkt habe man sich bei der Namensfindung orientiert, sagte Stephan Kämmerle, Geschäftsführer des D-Werk, gestaltungsrelevante Stichpunkte seine gewesen „inklusives Oberteuringen, ein Ort zum Treffen, Wohnzimmer und Herzstück für Oberteuringen.“ Eine „passende Lösung“ habe man jetzt gefunden, auch im Haus sei der Name gut angekommen, meinte Meßmer zur SZ. Es sei jetzt ein guter Kompromiss gefunden worden. Das blaue Herz ist für ihn sehr passend als Symbol. Schließlich sei das Gebäude zentral in Oberteuringen, es sei von Herzlichkeit geprägt mit Einrichtungen für Kinder und Behinderte, man gehe herzlich miteinander um.

Auch im Rat fand sich dieses Mal eine Mehrheit, nachdem der Bürgermeister noch einmal darauf drängte, „einen Knopf dranzumachen“, schließlich müssten bald Broschüren gedruckt, Wegweiser hergestellt und die Einladungen für die Eröffnung am 8. Juni verschickt werden. „Keine schlechte Lösung“ sah Johannes Keller von den Freien Wählern in dem Vorschlag, das Gesamtkonzept und die Visualisierung passten jetzt. Ansonsten gab es dieses Mal kaum eine Diskussion. Bei einer Enthaltung von Wolfgang Metzler (CDU) wurde der Name samt blauem Herzen als Logo beschlossen. „Ich bin mir bei diesem Namen nicht ganz schlüssig, ob es der richtige ist“, sagte Metzler auf Nachfrage der SZ, deshalb wollte er den Beschluss nicht mittragen.

Vier CDU-Räte stimmen dagegen

In einer zweiten Abstimmung wurde über die weiterentwickelten Logos für die einzelnen Einrichtungen (wie zum Beispiel „Café am Teuringer“) abgestimmt, wieder gab es eine Mehrheit dafür, jedoch vier Gegenstimmen von der CDU-Fraktion, und eine Enthaltung von Wolfgang Metzler. Laut Bürgermeister kostete die Namensfindung rund 5000 Euro. Die Weiterentwicklung und Visualisierung sei dabei nicht enthalten.

„Es wird sicher noch Erhöhungen geben“, sagt Projektsteuerer Joachim Keinarth in der Sitzung und machte damit unmissverständlich klar, dass es bei den momentan vom Gemeinderat abgesegneten Baukosten von 14,2 Millionen Euro nicht bleiben wird. Derzeit sei man rund 25 000 Euro über diesem Budget. Das Projekt umfasse mehr Oberflächen als im Auftrag vergeben worden seien. Konkretere Zahlen wollte Keinarth, auch auf Nachfrage der SZ, nicht nennen. Man müsse die Schlussabrechnungen abwarten.

Was den Baufortschritt angeht, konnte Keinarth hauptsächlich Gutes verkünden. Die Übergabe der Eigentumswohnung laufe derzeit, auch die Gemeischaftsräume im Erdgeschoss von Mediathek über Café bis zum Familientreff würden bis Ende April fertig, genauso wie die Außenanlagen im Innenhof. Anfang Mai soll alles fertig sein. Letzte Arbeiten im Bereich des Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrums für Menschen mit Behinderungen der Stiftung Liebenau sollen nächste Woche abgeschlossen sein. Somit blieben innen dann nur noch Restarbeiten und Mängelbeseitigungen zu erledigen.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen