Bushaltestellen sollen barrierefrei werden

Rechts im Vordergrund ist die bestehende Busbucht Eugen-Bolz-Straße Süd zu sehen. Schräg gegenüber, nach der Apotheke, befindet
Rechts im Vordergrund ist die bestehende Busbucht Eugen-Bolz-Straße Süd zu sehen. Schräg gegenüber, nach der Apotheke, befindet sich die nördliche Busbucht. Beide werden dieses Jahr zu barrierefreien Haltestellen am Fahrbahnrand umgebaut. (Foto: Gudrun Schäfer-Burmeister)

Der Oberteuringer Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem barrierefreien Umbau von Bushaltestellen im Gemeindegebiet befasst. In diesem Jahr werden die Haltestellen in der Eugen-Bolz-Straße sowie in Bitzenhofen neue Gestalt annehmen.

Für den barrierefreien Umbau von 13 Bushaltestellen im Gemeindegebiet werden Kosten in Höhe von 920 000 Euro veranschlagt, die das Land Baden-Württemberg bis zu 75 Prozent bezuschussen könnte. Gemäß Nahverkehrsplan des Landkreises wurde eine Priorisierungsliste aufgestellt. Gemeinden mit bis zu 7000 Einwohnern sollen bis Jahresende drei Haltestellen und Ortsteile mit über 300 Einwohnern eine Haltestelle barrierefrei umbauen.

Die Bushaltestelle in der Bachäckerstraße wurde bereits entsprechend angelegt, umgebaut werden sollen die beiden Haltestellen in der Eugen-Bolz-Straße und in Bitzenhofen. Letztere befindet sich bereits am Fahrbahnrand, die Aufstellfläche zur Straße hin muss verbreitert und das Kassler Sonderbord eingebaut werden. Einschließlich Gewässerrandmaßnahmen am Rohmbach wird mit Kosten in Höhe von 39 000 Euro gerechnet. Größer ist der Aufwand in der Eugen-Bolz-Straße. Die Busbuchten mit einer Länge von 33 Meter (Nord) und 43 Meter (Süd) entfallen, der Bus hält nach den Umbaumaßnahmen am Fahrbahnrand. Beide Seiten werden mit insgesamt 147 000 Euro veranschlagt. In der Aussprache äußerten sich die Gemeinderäte positiv gegenüber den Planungen und hatten zahlreiche Anregungen auch bezüglich der weiteren Bushaltestellen. Bedenken gab es hinsichtlich der erwarteten Verkehrsbehinderung in der Eugen-Bolz-Straße, einer 30er Zone, wenn Busse beim Halten die Fahrbahn blockieren und den Verkehrsfluss behindern. Auch das Ausparken von Autos vor den dortigen Dienstleistern und Geschäften wurde angesprochen und der Wunsch geäußert, adäquate Fahrradabstellplätze einzuplanen.

Europaweit wird angestrebt, bis zum 1. Januar 2022 den öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten. In der Bundesrepublik Deutschland wird von 20 Prozent mobilitätseingeschränkten Personen ausgegangen. Hierzu werden neben Menschen im Rollstuhl auch ältere Menschen, kleine Kinder, werdende Mütter, körper- oder wahrnehmungsbehinderte Menschen, Personen mit Kinderwagen, Rollatoren oder schwerem Gepäck gerechnet. Ursprünglich sollten in Oberteuringen bereits ab 2018 entsprechende Maßnahmen vorgenommen werden. Jedoch wurden zunächst die Veränderungen im Linienverkehr abgewartet. Eine ausführliche Erhebung aller Oberteuringer Bushaltestellen stellten Winfried Eberhard und Jonathan Burandt vom beauftragten Ingenieurbüro Wasser-Müller vor.

Per Definition verlangt eine barrierefreie Bushaltestelle den Einbau eines mindestens 18 Zentimeter hohen „Kassler Sonderbords“ möglichst auf der gesamten Buslänge, wenigstens in Höhe der zweiten Türe der Busse. Das ebenerdige Einsteigen in Niederflurbusse soll durch glatte, im Querschnitt gekrümmte Bordsteine gewährleistet werden, sowie durch eine taktile, rutschfeste Oberfläche.

Die Aufstellflächenbreite beträgt wenigstens 2,50 Meter, ist damit also ein Meter breiter als ein normaler Gehweg. Weitere Vorgaben gibt es für die Längs- und Querneigung der Haltestelle sowie für Leitsteine und andere Bodenindikatoren. Haltestellen können sich auf der Fahrbahn befinden, was impliziert, dass ein stehender Bus nicht überholt werden darf und der Gegenverkehr Schritttempo fahren muss. Im Fall von Haltebuchten dürfen diese nicht kürzer als 63 Meter sein.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Schriftzug Polizei

Zeugen gesucht: Männer entreißen Leine und werfen Hund in Fluss

Die Polizei sucht nach zwei jungen Männern, die in Kenzingen (Kreis Emmendingen) einen Hund in einen Fluss geworfen haben sollen. Der Hund sei rund 40 bis 80 Meter abgetrieben worden, habe aber leicht verletzt und mit einer leichten Unterkühlung von der Feuerwehr gerettet werden können, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein Tierschutzverein hat nun eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Nach einem Zeugenaufruf hätten sich bereits einige Menschen gemeldet, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Impftermin-Ampel: Jetzt freie Corona-Impftermine in Ihrer Region finden

Mehr holprig als reibungslos läuft seit einigen Wochen die Corona-Impfkampagne in ganz Deutschland. Vornehmlich alte oder pflegebedürftige Menschen werden in den meisten Bundesländern zuerst geimpft.

Doch selbst wer zur aktuellen Zielgruppe gehört, hat es gerade schwer, einen Termin zu bekommen. Regionale Impfzentren haben - wenn überhaupt - nur wenige freie Termine, die schnell vergeben sind. Daneben fällt es schwer zu verstehen, welche Alternativen zum Impfzentrum vor Ort es noch gibt.

Eine Seite eines Impfausweises mit Schutzimpfungen ist zu sehen

Corona-Newsblog: EU will durch Impfausweise bis zum Sommer Urlaubsreisen ermöglichen

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 11.800 (314.625 Gesamt - ca. 294.700 Genesene - 8.042 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 8.042 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 48,8 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 119.400 (2.424.

Mehr Themen