Brasilianische Leidenschaft und italienisches Temperament

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Farbenfroh, temperamentvoll und stimmgewaltig: Der brasilianische Chor „Stella Bianca“ versprüht brasilianische Leidenschaft mi
Farbenfroh, temperamentvoll und stimmgewaltig: Der brasilianische Chor „Stella Bianca“ versprüht brasilianische Leidenschaft mit italienischem Temperament. (Foto: michael tschek)

22 brasilianische Sängerinnen und Sänger sowie sechs Tänzerinnen und Tänzer der „Grupo Folkloristico“ unter der Leitung von Jederson Machado haben am Samstagabend ihre Zuhörer im Kulturhaus „Mühle“ mit Temperament und Leidenschaft mit brasilianischen und italienischen Liedern begeistert. Auf ihrer Tournee durch Italien und Deutschland hatten sie nach 2014 bereits zum zweiten Mal in der Rotachgemeinde Halt gemacht und sind dort von ihren Teuringer Freunden für drei Tage aufgenommen worden.

Beziehungen vertieft

Die Beziehungen zwischen der 15 000 Kilometer entfernten brasilianischen Gemeinde Jarinu in der Provinz São Paulo, einer Stadt mit rund 26 000 Einwohnern und Oberteuringen hat eine lange Geschichte. Sie entstand durch die in Monte Alegre geborene Brasilianerin Anete Bubeck, die 1961 ihren Oberteuringer Ehemann Richard Bubeck geheiratet hatte und nach der Geburt ihrer Tochter Ursula Amann in São Paulo wieder nach Oberteuringen zurückkehrte. Die Beziehungen und der erneute Auftritt in Oberteuringen wurden noch dadurch vertieft, dass der evangelische Pfarrer Rainer Baumann dem Chor beim Besuch 2014 spontan das evangelische Gemeindezentrum zum Nachtquartier angeboten hatte.

Das zur Vorgeschichte, aber warum besucht der Folklore-Chor neben Deutschland auch Italien und hat in seinem musikalischen Repertoire auch italienische Lieder? Die Antwort dazu gab Chorleiter Jederson Machado und Konstanze Heidt, die an diesem Abend auch als Übersetzerin fungierte. 70 Prozent der in Brasilien lebenden Einwohner haben italienische Vorfahren, erklärten sie.

Direkt aus Venedig kommend, haben sie dann am Samstag das Publikum im vollbesetzten Saal mit wirklich hinreißenden Liedern in portugiesischer und italienischer Sprache aber auch in Deutsch beglückt. Zur Freude der Zuhörer sangen sie „Wo die bunten Fahnen wehen“ und natürlich die „Fischerin vom Bodensee“.

Vielleicht als Hommage an das Teuringer Publikum eröffnete der Chor den Abend mit „Ave Verum Compus“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die folgenden Lieder „Merica“, „Reginella Campagnola“ und „La Bêrgera“ erzählten von ihren Vorfahren in Italien, wobei der Chorleiter Jederson Machado dazu immer wieder das dazugehörende Hintergrundwissen gepaart mit einer Portion Humor vermittelte.

Anschließend ging es über den großen Teich nach Brasilien, um mit Liedern wie „Chimarrita“, „Macanio“ oder „Catira do passarinho“ eine Reise durch die Regionen des südamerikanischen Landes zu machen. Untermalt wurden ihre Lieder durch eine sechsköpfige Tanzformation, die zu den einzelnen Themen die entsprechende Kleidung trug und mit ihren Tänzen die brasilianische Leidenschaft vermittelten.

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