100 Tage Schonfrist enden mit Amtsabsetzung

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Gemeinsam sind wir stark: Beim Spiel „Lehrer und Gemeinderäte“ ist Koordination und Gemeinschaftssinn angesagt.
Gemeinsam sind wir stark: Beim Spiel „Lehrer und Gemeinderäte“ ist Koordination und Gemeinschaftssinn angesagt. (Foto: Fotos: Michael Tschek)
Schwäbische Zeitung
Michael Tschek

Seit Freitag hat nun das Schultes-Machtgehabe im närrischen Bodenseeraum endgültig ein Ende gefunden, denn mit dem Sturm auf das Oberteuringer Rathaus ist auch die letzte Bastion in die Hände der Narren gefallen. Bis Aschermittwoch werden Teuringer Johle, Hefigkofer Rechbergböcke und Bitzenhofer Gehrenbergeulen das Regiment führen.

Wie krass ist das denn? Da hat Oberteuringens Neu-Bürgermeister Ralf Meßmer auf den Tag genau die 100-Tage-Schonfrist erfolgreich überstanden und die Orientierung im Rathaus gefunden, da dringt am Freitagmorgen eine Horde Narren mit Pauken und Trompeten in sein neues Domizil ein, um ihn und seine Mitarbeiter des Amtes zu entheben.

Unterlegene Piraten

Am Anfang sah es für Ralf Meßmer und seinem Team eigentlich noch gut aus, denn man hatte das Foyer des Rathauses zu einer Piratenhochburg umfunktioniert, in der man sich, auch im geistlichen Beistand von Pfarrer Robert Müller, zu einem Frühstück versammelt hatte. Aus einer Schatztruhe konnte sich die Crew von Piratenkapitän „Ralf der Neue“ an leckeren Rum und knackigen Würsten laben und sich an den erbeuteten Münzen erfreuen.

Doch die Übermacht von Teuringer Johle, Hefigkofer Rechbergböcke und Bitzenhofer Gehrenbergeulen war einfach zu groß und so blieb dem Schultes nur noch übrig, die Kapitulation im Beisein der Zunftmeister Boris Pechtl, Christian Gührer und Stefan Amann dem Narrenvolk vom Balkon aus mitzuteilen.

Doch ganz geschlagen gab er sich dann doch nicht, denn nach zwei Narrenbaumstellen in Bitzenhofen und Hefigkofen hatte er sich bereits schon ein kleines dickes Fell angeeignet. „Des singa, toba und maßloses feschta, isch für die Gmoind net immer am Beschta. Bis Mittwoch wird bei Eich, doch bei jedem Bledsinn glacht, aber dann komm I endlich wieder an die Macht“, versprach er. Und dabei zweifelte er nicht an, dass „dia neue Schul a Schmuckstück wird, sonst hol mi da Deifel“.

Wie schon seit Jahren zur Tradition geworden hatte sich die Narrengemeinde anschließend im Gasthaus „Die Post“ getroffen, um dort nicht nur gemütlich abzufeiern, sondern auch einen spannenden, lustigen Wettkampf zwischen Gemeinderatsmitglieder und Lehrerschaft zu verfolgen. In diesem Jahr hatten sich allerdings Alexander Keller, Stefan Amann und Christian Gührer etwas Besonderes einfallen lassen, in dem sie per „Schokoladentafelfarben-Entscheid“ gemischte Teams zusammenstellten.

Engagement, Initiative eines jeden einzelnen und Dynamik wurde von den beiden Teams gefordert. Mit Handfesseln miteinander verbunden mussten die Kontrahenten einen Ball durch den Saal tragen, ihn nach Auflösung eines Codes gegen einen Luftballon eintauschen, um dann nach dem Rückweg zur Bühne ihn dort zerstechen, um mit in ihm einen Schlüssel zu finden, der in das Schloss einer Schatztruhe passte. Es ging zwischen den Mannschaftsführern „Noch-Schulleiter“ Wolfgang Schüssler und „Neu-Bürgermeister“ Ralf Meßmer ganz knapp zu, wobei am Ende Meßmer als Erster die Truhe öffnen konnte.

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