Bei schönem Wetter kein Thema: Auf Bierbänken und unter Sonnenschirmen lässt es sich im Wildpark aushalten. Links die Hüttenkon
Bei schönem Wetter kein Thema: Auf Bierbänken und unter Sonnenschirmen lässt es sich im Wildpark aushalten. Links die Hüttenkonstruktion ohne Seitenwände. (Foto: Olaf E. Jahnke)
Olaf E. Jahnke

Seit Jahren ist die bauliche und räumliche Situation der Gastronomie samt Bauwerken auf dem Wildpark-Gelände in Wildpoltsweiler Thema. Im Gemeinderat ebenso wie vor Gericht, auch die „Schwäbische Zeitung“ hat vielfach berichtet.

Nach dem letzten Urteil, das in dem Verfahren gesprochen wurde, erhofft sich Wildpark-Betreiberfamilie Späth jedoch trotz Niederlage, Grünzug und ohne Bebauungsplan eine Neuauflage ihres Ausbauwunsches. So möchte Franz Späth, dass die ersehnten Wände und die Bodenplatte, die erst aufgrund einer Verfügung des Baurechtsamtes abgebaut werden mussten, wieder aufgebaut werden könnten. „Ich habe Fehler gemacht“, gibt Späth zu, „jedoch die Gemeinde ebenso“. Und das sei im Rechtsverfahren deutlich geworden.

Der Rechtsprechung nach, wie aus dem letzten Urteil hervorgehe, so behauptet der streitbare Tierparkchef, handele es sich ausdrücklich um ein Gewerbe mit Bestandsschutz und Erweiterungsmöglichkeiten. Das Gericht habe die Entscheidung der Baubehörden des Landkreises und des Regierungspräsidiums überprüft. Auf der damaligen Rechtslage könne er zwar nicht aufbauen. Jedoch habe ihm das mit dem Gewerbebetrieb und Bestandsschutz wohl der Richter als auch das Bauamt bestätigt.

Er ist sich sicher, die Unterstützung des Gerichtes und der Baurechtsbehörde für einen neuerlichen Bauantrag zu haben. Denn, so glaubt der Wildparkbetreiber: „Der Bestand des Wildpark-Cafés und ein Ausbau als sonstiges Bauvorhaben ist legalisiert.“ Denn damit sei nicht nur Bestandsschutz gegeben, sondern auch die Möglichkeit eventueller Erweiterungen im Sinne des Gewerbebetriebes. Somit könne man im angemessenen Maße an bauliche Erweiterungen denken.

Späth hofft, doch noch zu seinem Betonboden und den Seitenwänden zu kommen. Er kündigt im Gespräch mit der „Schwäbischen“ an, nun in diesem Sinne wieder einen Bauantrag, nunmehr den dritten, wenig geänderten, zu stellen. Mit Unterstützung seines Anwalts und der Baubehörden solle dieses Mal eine Genehmigung für den Ausbau auch gegen den Willen der Gemeinde möglich sein. Dafür möchte er zur Unterstützung auch das Regionalfernsehen mit ins Boot holen. Das unterstützten auch viele Ausflügler. Schließlich gehe es ebenfalls darum, dass seine Familie und seine Nachfolger die Anlage wirtschaftlich sinnvoll weiter nutzen könnten.

Café auch für die kalte Jahreszeit

Derzeit ist es noch warm, die Saison sei gut gelaufen, erläutert Franz Späth, während er Eltern über die Sicherheit belehrt und Kindern in den Sattel hilft. Besonders an den warmen Wochenenden sind auch im Herbst Besucherscharen gekommen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, um die Wildtiere in den Gehegen zu bestaunen. Die 27 Ponys und drei Esel wurden fleißig bewegt, mit Begeisterung saßen Kinder im Sattel. Späth sieht nun die kalte Jahreszeit kommen, damit sei der Aufenthalt in der Gartenwirtschaft vor dem Wildpark-Café im Freien quasi nicht mehr möglich.

Er rechnet sich für das Ausbau-Vorhaben aufgrund des Urteils immer noch echte Chancen aus, deswegen wolle er bald den dritten Bauantrag stellen. Von Gemeindeseite erwarte er eher keine Unterstützung. Seine Bedenken, die Gemeinde würde gar Schulausflüge zum Wildpark untersagen, haben sich nach Recherchen im Rathaus und der Grundschule nicht bestätigt. Bürgermeister Reinhold Schnell sagte auf Nachfrage zum möglichen Bauvorhaben: „Ein dritter Antrag liegt derzeit nicht vor.“ Weiter wolle man sich zunächst von Gemeindeseite nicht äußern. Man darf gespannt bleiben, wie und ob es in Sachen Wildpark-Café-Ausbau weitergeht.

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