Solo für Tabea

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Hat Spaß beim Binden der Kräuterboschen: Tabea. Alle anderen Kinder haben sich abgemeldet.
Hat Spaß beim Binden der Kräuterboschen: Tabea. Alle anderen Kinder haben sich abgemeldet. (Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Beim Ferienprogrammangebot „Kräuterboschenbinden“ der Gemeinde Neukirch am Dienstag haben fast alle Teilnehmer wegen Krankheit und anderer Gründe abgesagt – bis auf eine Schülerin. Dabei ist ein Ferienprogramm der besonderen Art auf dem Programm in Bernried bei Familie Mollnau gestanden, die eigentlich mit mehr Zuspruch gerechnet hat: Kräuterboschen binden.

Angela Mollnau, gelernte Töpferin, hat sonst im Ferienprogramm der Gemeinde Tonarbeiten angeboten. Als gelernte Floristin hatte sie dieses Mal die Idee für eine gelungene Verbindung zwischen Boschenbinden (mancherorts auch Buschenbinden) und Kräuterkunde.

Schülerin Tabea zeigte sich begeistert, auch wenn die Mitbinderinnen gefehlt haben. Sie hat die „Einzelbetreuung“ genossen – und einen tollen Boschen-Strauß gebunden. Dazu konnte sie noch Einiges über die Gartenpflanzen und Gartenkräuter und über die Tradition des Boschenbindens erfahren. Der wird traditionell als volkstümlicher Brauch der römisch-katholischen Kirche zu Mariä Himmelfahrt am 15. August in die Kirche mitgenommen und vom Priester gesegnet. Diese „Kräuterweihe“ gehört zu den Sakramentalien, die die Wirkung der Sakramente in den Alltag hinein tragen sollen. Alle Pflanzen wurden beim Binden von Tabea notiert – auch die in der Mitte hervorragende Königskerze. Die Boschenbinderinnen finden die Mischung zwischen Religion, Ästhetik, Naturschönheit, Dekoration und Kräuterwissen wohl zu recht sehr gelungen. Ebenso wie das Ergebnis, das Tabea natürlich mit nachhause nehmen durfte.

Zwei Dinge bleiben zu wünschen: einmal, dass die Absagen nicht so kurzfristig kommen, wenn sich schon Private für die Ferienbetreuung engagieren und dass beim nächsten Mal mehr Kinder zum Kräuterboschenbinden kommen.

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