Schüler tauchen in digitale Welt ein

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Digitalisierung ist auchin Neukirch im Grundschulklassenzimmer angekommen. Lehrerin Sina Beckert (rechts) hilft beim Lernprogram
Digitalisierung ist auchin Neukirch im Grundschulklassenzimmer angekommen. Lehrerin Sina Beckert (rechts) hilft beim Lernprogramm – aber auch bei Fragen und Antworten. (Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Die ersten Unterrichts- einheiten sind gelaufen, Neukirch ist nach den Sommerferien als Grundschule ins digitale Zeitalter gestartet. Zufrieden zeigt sich die mehrfach qualifizierte Grundschullehrerin Sina Beckert nach der Unterrichtsstunde mit acht Kindern: „Es ist noch ein bisschen neu – und ein wenig kompliziert, weil wir die Klassen in Gruppen teilen müssen.“ Auch das WLAN laufe nicht immer ganz optimal, doch die neuen Bildschirme und Rechner funktionierten gut.

Und schließlich gebe es auch Vorteile bei der kleineren Schülerzahl. Die Klassen sind aufgeteilt in Achter- oder Neunergruppen. Nicht nur zufrieden, sondern spürbar begeistert zeigen sich die Kinder. Begierig fangen die Grundschüler mit dem Internet-ABC an, das es auch für Eltern und Lehrkräfte gibt. Lehrerin Sina Beckert wartet geduldig, bis alle die jeweiligen Seiten und schließlich das Programm mit den Lernmodulen gefunden und angeklickt haben. Gelegentlich hilft sie, die Kinder stellen Fragen, wenn etwas nicht klappt – oder helfen sich gegenseitig. Und es scheint, als saugten sie das Wissen, das Lehrerin und Computerprogramm über den Bildschirm und den Schüler-Laptop vermitteln, begierig auf.

Die Schüler erfahren beispielsweise, was zu tun ist, welchen Unterschied online oder offline bedeuten kann. Schnell kommt die Frage nach Pop-Ups, und die Antwort, warum man irgendwelchen Versprechungen, die da aufpoppen oder von irgendwoher erscheinen, nicht trauen sollte – und keinesfalls anklicken dürfe, sondern besser schließen sollte. Das wird ebenfalls gleich geübt, denn zunächst muss erstmal das entsprechende Schließsymbol, meist ein „X“, gefunden werden. Fast nebenbei lernen Dritt- und Viertklässler, warum Spiele Kosten verursachen können, was ein Browser ist oder eine Kindersuchmaschine. In diesem Fall heißt diese „Blinde-Kuh.de“ und hilft, kindgerecht Inhalte zu finden. Ganz grundlegende Fragen, was ein Download ist, warum der Bildschirm Monitor heißt oder die Steuerung Navigation, werden spielerisch geklärt. Und wer richtig klickt, bekommt aus dem Rechner ein Lob: „Das hast Du gut gemacht!“

Die Kinder kommen alle erstaunlich leicht mit den Touchscreen-Notebooks zurecht. Auf Nachfrage stellt sich heraus: Die meisten haben bereits Zugang zum Notebook oder Tablet der Eltern, manche haben gar schon ein eigenes – oder ein Handy

Der große Lehrermonitor ersetzt in diesem Fall die Tafel und macht es einfacher, zu folgen. Schule 4.0 könnte man also sagen, es herrscht eine deutlich andere Atmosphäre im Klassenzimmer als vor der Digitalisierung. Dazu scheint es Spaß zu machen, wie die Kinder bestätigen. Da kommen Kommentare wie „das ist mein Lieblingsfach“ oder „das könnten wir noch öfter haben“ bis hin zu „die Stunde geht viel zu schnell vorbei“.

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