Neukircherin rückt Details in den Fokus

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„Die schöne Prachtlibelle“, fotografiert von Valerie Forster.
„Die schöne Prachtlibelle“, fotografiert von Valerie Forster. (Foto: Valerie Forster)
Schwäbische Zeitung
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Die Ausstellung in der Klinik Tettnang läuft noch bis zum 21. Juni und kann zu den Besuchszeiten von 9 bis 20 Uhr besichtigt werden. Das Buch „Ein weiser Freund“ gibt es für 17,99 Euro im Handel (ISBN 978-3-74605-607-4). Weitere Informationen im Internet unter

www.valerieforster.de

Mit einem großen Blick für kleine Details geht die Neukircherin Valerie Forster durch die Welt. Besucher können ihre Naturfotografien derzeit in der Galerie der Klinik Tettnang bewundern. Die Ausstellung firmiert unter dem Titel „Das kleine große Glück“ und zeigt vergrößerte Detailaufnahmen aus Flora und Fauna. Die Fotografin zeigt so den Zauber der Natur, der oft im Detail steckt und für die meisten Betrachter unsichtbar ist.

„Ich beobachte die Natur sehr gern. Es fallen mir dabei immer wieder Kleinigkeiten auf“, sagt Valerie Forster. Dafür muss sie nicht weit reisen, sondern bewegt sich im näheren Umkreis. Schon dort findet sie überbordende Vielfalt. Und hat einen intuitiven Zugang zum Thema. Die Technik steht für sie nicht im Zentrum, sondern ihre Begeisterung für das Motiv. Die Fotos in der Ausstellung sind dementsprechend unbearbeitet – ungewöhnlich in einer Zeit der Fotofilter und leicht verfügbaren Programme zum Ausgleich vermeintlicher Fehler.

Der Verzicht auf eine wie auch immer geartetete Optimierung drückt sich bei Forster nicht durch einen Mangel aus. Makrotypisch besitzen die Detailaufnahmen einen geringen Schärfebereich, der das Wesentliche in den Blickpunkt des Betrachters hebt. Doch zugleich wirken gerade diese Fotos wie Bestandteile einer Traumsequenz, weil sie auch in der Schärfe, trotz aller Details, noch eine gewisse Weichheit besitzen. Eine durchaus witzige Härte bilden die Fotografien in der Austellung dagegen in ihrer Positionierung, etwa wenn ein Frosch gierig auf eine Libelle in einem anderen Bild starrt.

Persönliches Werk für Publikum

Die Aufnahmen sind Teil ihres neuen Buchs „Ein weiser Freund“, in dem Valerie Forster ihr Zusammenleben mit Kater Nero beschreibt; eine Reaktion auf den Tod ihres tierischen Gefährten, der 16 Jahre alt geworden ist und die heute 32-Jährige ihr halbes Leben lang begleitet hat. Ein persönliches Werk der Neukircherin, das sie aber einem breiten Publikum öffnen möchte.

Das Buch erscheint im Eigenverlag. Was bei anderen als Merkmal minderer Qualität und damit abschreckend wirken könnte, ist bei der Neukircherin Konzept. Schließlich ist sie auch Grafikdesignerin und möchte den kompletten Schaffensprozess selbst begleiten. Durch ihren Hintergrund gehört das alles für sie zusammen: „Das Buch nimmt so Stück für Stück Gestalt an, egal ob ich schreibe, gestalte, fotografiere oder illustriere.“

Sie findet für sich damit einen anderen Weg. Ihre frühere Arbeit in der hektischen Werbebranche hat sie eingetauscht gegen ein Leben mit der Faszination Natur. Forster: „Daran möchte ich einfach viele Menschen teilhaben lassen.“

Die Ausstellung in der Klinik Tettnang läuft noch bis zum 21. Juni und kann zu den Besuchszeiten von 9 bis 20 Uhr besichtigt werden. Das Buch „Ein weiser Freund“ gibt es für 17,99 Euro im Handel (ISBN 978-3-74605-607-4). Weitere Informationen im Internet unter

www.valerieforster.de

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