Neukircher Wehr übt spektakulär

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Olaf E. Jahnke

Höchst spektakulär ist das Ereignis gewesen, das sich Kommandant Josef Nuber und seine Kameraden für die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Neukirch am Samstag auf dem Sträßchen hinter dem Musikvereinsheim ausgedacht haben.

Wie Sprecherin Christine Sauter berichtete, passte das Schreckensszenario genau zu den Stärken des neuen Lösch- und Bergungsfahrzeugs mit entsprechender Ausstattung. Josef Nuber beschrieb persönlich als Moderator am Mikrofon den rund 70 Zuschauern, darunter auch etliche Gemeinderäte und Bürgermeister Reinhold Schnell, warum einzelne Aktionen ausgeführt und notwendige Schwerpunkte gesetzt wurden. Er bestätigte auf Nachfrage, dass man mit Rettungskräften und Ausrüstung mittlerweile samt Akkubetrieb, aktueller Säge und Spreiztechnik auf dem neuesten Stand sei.

Bei der Szenerie, die vier unterschiedlich verunfallte Fahrzeuge umfasste, galt es zunächst, Koordinierung und Einsatzreihenfolge zu klären – durch Einsatzleiter und Notarzt. Der brennende Transporter blieb daher – trotz lodernder Flammen, kleiner Explosionen und furchterregenden Qualms – zunächst hintenan. Denn dessen Insassen hatten sich abgesetzt und galten als vermisst. Insgesamt mussten zehn unterschiedlich verletzte Menschen, dargestellt von der Jugendfeuerwehr, mit verschiedenen Bergungsmaßnahmen gerettet werden. Verteilt waren sie auf einen weiteren Transporter, ein die Böschung hinab gestürztes, auf dem Dach liegendes Fahrzeug und ein auf der Seite liegendes Fahrzeug. Mit sechs Fahrzeugen, davon zwei aus Tettnang, rückte die Feuerwehr an. Viel zu tun hatte auch die DRK-Gruppe, die mit fünf Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen angerückt war und im Vereinsheim gleich ein Lazarett einrichtete. „Im Ernstfall wären deutlich mehr Kräfte zum Einsatz gekommen“, waren sich DRK-Helfer und Einsatzleiter Tobias Hutzel einig.

„Die Zusammenarbeit von insgesamt 64 Einsatzkräften hat hervorragend funktioniert – und auch der Einsatz der Werkzeuge, Hilfs- und Löschmittel bei verschiedenen Einsatzgruppen samt Wasserversorgung aus Hydranten“, stellte Einsatzleiter Hutzel fest und wies darauf hin, dass beim Szenario mit einem brennenden Fahrzeug mit Elektroantrieb besondere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Dazu gehöre neben besonderer Vorsicht und auch eine Löschung mit Schaumteppich. Aber auch die Hanglage, die überschlagenen oder auf der Seite liegenden Fahrzeuge seien eine Herausforderung gewesen.

Nach knapp 40 Minuten waren alle Menschen geborgen, die Vermissten gefunden, der Brand gelöscht – und einige Fahrzeuge sahen durch fehlende Dächer und Türen deutlich anders aus als zu Beginn der Übung. Zur ausführlichen Besprechung traf sich die Neukircher Wehr nach dem ersten Aufräumen noch im Feuerwehrhaus.

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