Neukirch stimmt für Zusammenschluss

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Olaf E. Jahnke

Ralf Witte, Geschäftsführer des Zweckverbandes Haslach-Wasserversorgung, hat es am Montag im Gemeinderat nochmals betont: „Das ist eine Jahrhundertentscheidung, der Zweckverband vergrößert sich mit der Gemeinde Vogt.“ Thema war die Zustimmung des Gemeinderates, nachdem auch Vogt schon zugestimmt hat soll das in der Verbandsversammlung im November festgeschrieben werden.

Auch der Verbandsvorsitzende und Bürgermeister Reinhold Schnell zollte Anerkennung, denn die Wasserversorgung aus der Hand zu geben, sei ein großer Schritt, der durch viele Pluspunkten für beide Seiten seine Berechtigung habe. Schließlich komme Vogt von seiner Insellage der kompletten Eigenversorgung weg – dafür habe man eine weitere Leitung Richtung Wangen.

Der Anschluss des Vogter Gebietes soll zum 1. Januar 2019 erfolgen. Dabei laufe die Vernetzung schon bestens, wie Geschäftsführer Witte stolz berichtete. So könnten die umfangreichen Leitungs-, Pumpwerks- und Wasserspeicher-Baumaßnahmen zum großen Teil noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Dabei seien die Baumaßnahmen durchaus anspruchsvoll, denn man müsse bis zu 250 Höhenmeter überwinden. Als einen weiteren Pluspunkt der Baumaßnahmen in einem Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Euro hob Witte nochmals hervor, dass man parallel auch Glasfaserkabel mit verlege.

Besonders betonte Witte die Qualität des Wassers im Verband: „Wir können das Wasser ohne jegliche Filter und Reinigungsmaßnahmen nutzen.“ Deswegen, so der Geschäftsführer mit Blick auf die Plastikflaschen auf den Ratstischen, das wäre doch Wert, ein Zeichen zusetzten: „Oberschwäbisches Tafelwasser statt der Plastikflaschen in der Sitzung“, lautete sein Vorschlag. Den nahmen die Räte unterschiedlich auf. Witte wies auch auf die Leistungsstärke des Verbundssystems hin, denn man könne notfalls auch eine Komplettversorgung von Wangen oder Friedrichshafen übernehmen. Dabei steige die Wasserabgabemenge stetig, auf inzwischen fast eine Million Kubikmeter, dennoch liege der Wasserverlust bei nur drei Prozent. Preisstabilität sei auch gegeben, so bleiben in Vogt die Wasserpreise bis 2020 auf gleichem Niveau. Insgesamt gebe es aber weiteren Investitionsbedarf in Höhe von einer Million Euro plus 200 000 Euro für das Vogter Gebiet. Angesprochen wurden von den Räten beider Fraktionen noch Fragen wie Investitionspotenzial, Eigentumsübergang oder Dauer des Zusammenschlusses. Auch Fusionsmöglichkeiten sowie ein kritisches Verhältnis von Kiesabbau und Wasserversorgung kam noch zur Sprache. Die Zustimmung für den Zusammenschluss war einstimmig.

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