Neukirch bekommt einen „Nahkauf“

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So wird der Supermarkt einmal aussehen.
So wird der Supermarkt einmal aussehen. (Foto: rewe)
Olaf E. Jahnke

Rasch und ohne viele Nachfragen, trotz einer Investitionssumme von fast zwei Millionen Euro für die Gemeinde, ist am Montag im Gemeinderat das Bauvorhaben zur Ansiedlung eines Vollsortimenter-Supermarktes einstimmig beschlossen worden. Damit erfolgte ein Grundsatzbeschluss zur Sicherung der Nahversorgung des Ortes. Der Markt kostet rund 1,2 Millionen, dazu kommen noch einmal für Tiefbau und Außenarbeiten, Parkplätze und die notwendige Verlegung der bestehenden Retensionsmulde am nördlichen Ortseingang auf die andere Seite der L 333 über 700 000 Euro.

„Die Nahversorgung ist für uns schon lange ein wichtiges Vorhaben“, erklärte Bürgermeister Reinhold Schnell auf Nachfrage, und betonte: „Infrastruktur ist uns wichtig, das Warenangebot brauchen wir für die Zukunft, für unsere Daseinsvorsorge.“ Neue Aktivitäten hätten sich ergeben, da man für die neue Ortsmitte keinen entsprechenden Anbieter gefunden habe, erläuterte Schnell. Mit der Ortsrandlage und der Möglichkeit zwei Drittel der Kundschaft aus den Vorbeifahrenden zu gewinnen (die Schwäbische Zeitung berichtete), sei das möglich.

Betreibe wird Gebäude mieten

Die Vollkaufleute Gerd Nieth und Wassili Hofmann betreiben Rewe-Märkte in Wangen, Bad Waldsee und Aichstetten sowie einen vergleichbaren Nahkauf-Markt in Wildpoldsried. Das Gebäude soll gemietet werden und wird als „Nahkauf NieHof Neukirch“ geführt.

In der Sitzung warb Gerd Nieth mit dem umsatzstarken Partner Rewe, von dessen günstigen Preisen man auch in Neukirch profitiere. Das Bauvorhaben obliege der Gemeinde, die entscheide auch über den Bau. Aber, so wünschte sich Nieth: „Das soll richtig modern werden.“ Nieth und Hofmann planten Festveranstaltungen samt Spendensammeln für einen guten Zweck und versprachen: „Wir tun immer was für die Standortgemeinde, einschließlich Sponsoring von Musik- und Sportvereinen.“ Nieth stellte ebenfalls „Nachhaltigkeit“ in Aussicht. Außerdem solle die Region mit einbezogen sein. Die präsentationsstarken Kaufleute sprachen von „leben und leben lassen“, „Fair ist uns wichtig“, oder „Wir nehmen auch gerne bis zu zehn Prozent lokale Produkte ins Sortiment“.

Vonseiten der Räte kamen verschiedene Fragen nach Aufschüttungen, Anlieferungszeiten, Vertragsdauer, Zufahrtsrampen, Parkplätzen, günstigen Marktpreisen, fairen Arbeitsbedingungen, ökologischen Aspekten und Einschränkungen bei Nachbargebäuden.

Rat lobt einmalige Chance

FW-Fraktionsvorsitzende Beate Gauggel fasste zusammen: „Das ist insgesamt eine richtig tolle Möglichkeit für die Gemeinde.“ Und CDU-Rat Udo Hunstiger ergänzte: „Die Chance haben wir nur einmal.“

Nach kurzer Präsentation durch die Vertreter des Planungsbüros Zimmermann & Meixner wurde auch gleich als weiterer Tagesordnungspunkt der Startschuss für das Bebauungsplanverfahren einstimmig beschlossen. Die Erschließungsplanungen sollen im April beginnen, Planung und Beschluss bis September 2019 abgeschlossen sein. Auffüllen des alten und Fertigstellung des neuen Retensionsbeckens sollen bis Herbst erfolgen.

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