Musiker legen Blasmusik-Marathon hin

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Kapelle beim Auftritt
Konzentrierte Höchstgeschwindigkeit: BlechXpress beim Express-Stück „Die zwei Schlingel“, das letzte Mal mit Simon Heimpel (links). (Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Jene, die am Mittwochabend wegen exzellenter Blasmusik in die Mehrzweckhalle gekommen waren, haben mit dieser Entscheidung ins Schwarze getroffen. Denn bis in die Morgenstunden wurde – mit Ausnahme kleinerer Umbau- und Trinkpausen – satte fünf Stunden auf hohem Niveau durchgespielt.

Die Weinberg Musikanten unter Leitung von Franz Litz machten den Anfang. Zunächst blieben sie der traditionellen böhmische Blasmusik treu und glänzten mit verschiedenen Soli in flotten Polkas und Märsche. Gelegentlich kamen auch modernere Stücke zum Vortrag, wie bei „The Rose“ mit Solo auf der Hoch-B-Trompete oder mit Gesangs- und Saxofon-Solo bei „The Hard Rock Café“. Insgesamt ging es gefühlvoll daher, besonders beim herzzerreißenden Gesangssolo „I’m Just A Gigolo“.

Gründungsmitglied sagt Adieu

Dann ließ es die BlechXpress-Combo krachen. Das Programm orientierte sich an der im vergangenen Jahr veröffentlichten CD „Frisch gepresst“. Eine Demonstration musikalischer Flinkheit darüber hinaus gab es dann etwa beim Hornduett „Die zwei Schlingel“ mit den Lokalmatadoren Thomas Ruffing und Stephan Hofer, Dirigent und Vereinsvorsitzender des Neukircher Musikvereins zu hören. Aber auch Tubist Alexander Baumann konnte beim „Türkischen Marsch“ mit Höchstgeschwindigkeit beeindrucken. Unter Bandleader und Rhythmusgeber am Schlagzeug, Andreas Hofer, hat die Blechband in diesem Jahr immerhin über 22 Auftritte auf dem Programm. Dabei sind die Mitglieder meist selbst als Dirigenten, Chorleiter oder Vereinschefs unterwegs. Einem, der sonst auch reichlich zu tun hat, ist das wohl zu viel geworden: Der Laimnauer Dirigent, Tenorhornist und Posaunist Simon Heimpel, Gründungsmitglied bei BlechXpress, nutzte die Veranstaltung, um sich zu verabschieden. Besonderes überzeugend und emotional erklang der Abschied dann in Form des von Heimpel arrangierten und im Posaunen-Duett mit Ruffing gespielten „Hard To Say I’m Sorry“.

Nicht ganz zufrieden konnten die Veranstalter BlechXpress und Dorfkapelle Goppertsweiler mit der Zahl der Gäste und der Feststimmung sein. Viele Stühle blieben leer.

Die Musiker brachten mit bewährten Stücken, wie der „Guten-Abend-Gute-Nacht-Polka“ und anderen Zugaben das Konzertprogramm zu Ende.

Die Musiker von BlechXpress fahren zum Saisonabschluss tatsächlich noch nach Venlo in den Niederlanden zum Blaskapellen-Festival. Was Kondition, Musikalität, Talent und Spielfreude angeht, werden sie sicher einen guten Eindruck machen.

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