Markus Spieth wandelt auf Franziskus’ Spuren

Lesedauer: 6 Min
 Mit 36 Kilo Gepäck und abertausenden Schritten schaffen es Markus Spieth (Foto) und seine Frau bis nach Florenz. Sie legen 517
Mit 36 Kilo Gepäck und abertausenden Schritten schaffen es Markus Spieth (Foto) und seine Frau bis nach Florenz. Sie legen 517 Kilometer zurück. (Foto: Spieth)
Roswitha Bentele

Zu Fuß bis nach Florenz: Das Team der Erwachsenenbildung hat zum digitalen Bildervortrag „Auf den Spuren des Franziskus“ von uns mit Markus Spieth geladen. Das große Interesse der Zuhörer zeigte sich am vollbesetzten Saal im Gemeindehaus.

Der ehemalige Bürgermeister von Eriskirch Markus Spieth war mit seiner Ehefrau im August 2018 insgesamt 28 Tage auf den Spuren des Franziskus unterwegs. Mit Gaskocher, Fotoausrüstung, Hocker, Heckenschere, Reiseproviant und Kleidung für drei Tage begann die Reise. Unterwegs lernten sie viele Menschen aus aller Herren Länder kennen. Spieths genossen auch die Gastfreundschaft und Köstlichkeiten der Regionen, die sie durchliefen, und konnten an den Lebensgeschichten der Menschen teilhaben. Um auf dem richtigen Weg zu bleiben, orientierte sich das Paar am Wegzeichen. Dies ist ein Tau in Form eines Kreuzes, das auf das Berufungserlebnis des Franziskus zurückgeht.

Schlechte, undeutlich gekennzeichnete, geröllhaltige Wege, Bäche, schmerzende Füße und Muskelkater brachte die beiden auch mal an ihre körperliche Grenze. Die Bewältigung der An- und Abstiege zwischen 500 und 1000 Höhenmetern und das Gewicht des Gepäcks, das 20 und 16 Kilo auf die Waage brachte, trugen ebenfalls dazu bei. Temperaturen bis zu 38 Grad erschwerten den Weg zusätzlich, weshalb eine Wanderung durch den Wald und der Ausblick in die Täler eine Wohltat war, wie Markus Spieth berichtete. Die Tagesetappen waren etwa 19 bis 34 Kilometer lang und dauerten acht bis zehn Stunden. Übernachtet haben sie entweder im Hotel, Kloster oder unter freiem Himmel.

Nach der Stadtbesichtigung in Florenz fuhren sie am nächsten Tag mit dem Zug nach St. Ellero und am Abend erreichten sie Paso del consuma. Bei Sonnenaufgang brachen sie auf nach Stia. Da kein Zimmer frei war, haben Spieths die nächste Tagesetappe begonnen und im Wald gezeltet. Badia Prataglia erreichten sie am nächsten Tag auf durch Regen rutschig gewordenen Wegen. In La Verna mit seinem Kloster, wo Franziskus seine Stigmate bekommen haben soll, bekamen sie am nächsten Abend die letzten verfügbaren Betten.

Um am nächsten Tag Pieve St. Stefano zu erreichen, mussten sie sich durch Hagebuttensträucher, kleine Bäume und Büsche, hohe Wiesen quälen, durften aber beim Gipfelkreuz auf dem Montalone einen traumhaften Ausblick genießen. Sansepolcro war das nächste Etappenziel, wo sie unterwegs sogar auf Wildschweine und Trüffelsucher trafen.

Zwei Tage Pause gönnten sie sich nun bei den Schwiegereltern des Referenten. Dort konnten sie ein Teil ihres Gepäckes zurücklassen, ehe dann der Weg vorbei am Kloster Montecasle durchs Tibertal nach Selci Lama im Pilgerprogramm stand. Von dort führte der Weg weiter nach Bocca Serriola und am nächsten Tag nach Pietralunga. Mit dem Bus steuerten sie am nächsten Tag Gubbio an, wo sie das Städtchen erkundeten. Nach Stopps in Valdichiascio und Valfabbricca ging es nach Assisi. Spieths erkundeten in den nächsten zwei Tagen die wichtigsten Punkte in Assisi wie die Franziskusbasilika, Maria degli Angeli und ruhten sich aus. Mit weniger Gepäck geht es über Bevagna nach Montefalco, das berühmt für seine Weine, insbesondere den Sagrantino, einen starken Rotwein, ist. Das Tagesziel Spoleto mit ihrem berühmten Dom, in dem der Brief von Franziskus an Bruder Leo aufbewahrt wird. Die weitere Reise führte die Eriksircher unter anderem nach Don Bosco, Greccio, Stroncone, Terni, Calvi und Poggio Mirteto. Die letzte Station auf dem Franziskusweg war Rom, wohin sich der Referent und seine Frau mit dem Bus aufmachten. Von Rom-Tiburtina gingen sie zu Fuß zur Lateranbasilika, dem Endziel des Franziskusweg und zum einstigen Papstsitz, an dem Franziskus seinen Orden genehmigen lassen musste. Die Ruhe und Einsamkeit der Wälder und Berge war nun endgültig dahin. Nach der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ging es für Spieths schließlich wieder in Richtung Heimat. Es soll nicht die letzte aufregende Reise des Ehepaars gewesen sein.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen