Maibaumstellen: Dank Gemeinschaftssinn zum Ziel

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Olaf E. Jahnke

Mit dem großen Kranwagen hat es in den vergangenen Jahren kein Problem gegeben beim Maibaumstellen in Neukirch. Das geht üblicherweise rasch und routiniert vonstatten. In diesem Jahr aber, zehn Minuten nach dem geplanten Beginn am Dienstagabend, musste Ralf Stärk von der veranstaltenden Kolpingsfamilie Neukirch mit dem Feuerwehrlautsprecher zunächst eine Ansage machen: „Der Kran ist aus technischen Gründen nicht einsatzfähig – Ersatz ist auf dem Weg, wir bitten um Geduld“.

Thomas Ruffing, der mit einer Musikvereinsauswahl auf der Straße zwischen Rathaus und Schule Aufstellung genommen hatte, blieb gelassen: „Wir haben genug Stücke im Repertoire“. Und so überbrückte der Musikverein die Wartezeit mit verschiedenen Musikstücken. Zahlreich zum Maibaumstellen gekommene Neukircher warteten geduldig, denn schließlich regnete es nicht – und für Bewirtung war gesorgt. Nach einer halben Stunde kam schließlich Bewegung in Neukirchs Ortsmitte.

Statt eines großen Krans waren zwei kleinere Fahrzeuge angerückt. Ein Lader und ein älteres Kranzfahrzeug. Auf der Sockelseite stellte sich der Ersatzkran auf, der gerade mal bis unter die Hälfte des Baumes reichte, auf der Seite nahm zunächst ein Radlader Aufstellung und hob den Maibaum langsam an. Der stellvertretende Kommandant Joachim Schmid koordinierte die als Ersatz angerückten Fahrzeuge und war sich sicher: „Improvisieren gehört dazu – aber das bekommen wir hin.“

Tatsächlich arbeiteten die Feuerwehr, das kleine Kranfahrzeug und der Radlader geschickt und behutsam zusammen, bis der Maibaumfuß endlich in den Sockel passte. In mehreren Schritten gelang es dem Neukircher Maibaumstellteam so, auch mit den kleineren Fahrzeugen, den über 20 Meter hohen Baum nach und nach aufzurichten. Nachdem die Befestigungskeile für einen lotrechten Stand sorgten, machte sich Erleichterung breit.

Ralf Stärk bilanzierte im Pressegespräch: „Dank des Engagements ortsansässiger Unternehmer und der Feuerwehr konnte unser Maibaum doch noch gestellt werden.“ Stärk wies darauf hin, dass man im letzten Jahr den alten Maibaum ausgetauscht habe. Mit dem erneuertem Baum, sei das Stellmanöver auch mit weniger günstigen Hebelansätzen möglich gewesen. Mit dem alten Exemplar hätte man wohl aus Sicherheitsgründen das Maibaumstellen abbrechen müssen. Auch die Feuerwehrleute zeigten sich erleichtert und verspannten die Drahtseile mit denen der Neukircher Maibaum in alle Richtungen zusätzlich gesichert wurde.

Schließlich konnte die Kinderschar unter Leitung von Manuela Baur sich zum Tanz um den Maibaum aufstellen – und hüpften fröhlich los. Die Neukircher feierten trotz kühler Abendtemperaturen noch bis in die Nacht auf dem Schulhof in den 1. Mai hinein.

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