Kindergarten Neukirch: Rat vergibt weitere Arbeiten

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Soll man im Kindergarten Neukirch sogenannte Sauerkrautplatten verbauen oder teurere Holzlamellen? „Für Kinder und Erzieherinnen
Soll man im Kindergarten Neukirch sogenannte Sauerkrautplatten verbauen oder teurere Holzlamellen? „Für Kinder und Erzieherinnen reicht die um die Hälfte sparsamere Lösung“, lautete der Tenor im Rat. (Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Anders als beim anderen Neukircher Millionenprojekt, dem Nahversorgermarkt, ist die Entscheidung im Neukircher Gemeinderat über weitere Gewerke für den Kindergartenumbau eher holprig und zeitintensiv verlaufen. Und anders als man meinen könnte, gab es im Rat ein „ungutes Gefühl“ wegen zu niedriger Kosten von im Vergleich fast 17 000 Euro (Adrian Strauß, CDU) sowie viele Nachfragen zu einzelnen Varianten und Gewerken von CDU-Rat Walter Gauss, dem schließlich auch die Spenglerarbeiten in Höhe von 9000 Euro „zu günstig“ schienen. Der Umbau hat insgesamt ein Volumen von rund 1,5 Millionen Euro. Arbeiten im Wert von 700 000 Euro wurden mittlerweile vergeben.

Günstigere Variante

Endgültig entspann sich eine Kosteneinsparungsdiskussion bei den Deckenelementen. Die waren wie vom Architekturbüro „PlanBar“ angekündigt, in der wertigeren und teureren Ausführung als Holzlamellen geplant. Das sei gleichermaßen ansprechend wie lange haltbar, argumentierte Architekt Peter Küchenmeister, aber eben auch fast doppelt so teurer, wie die schon seit den 1960er-Jahren üblichen und mit ähnlichen Schallwerten versehenen „Sauerkraut-Dämmplatten“. Die findet man zum Beispiel im Foyer der Grundschule. Hier regte sich Widerstand vor allem seitens der CDU-Räte Gauss und Strauß. „Für Kinder und Erzieherinnen reicht die um die Hälfte sparsamere Lösung“, lautete der Tenor.

Der Sparargumentation schlossen sich schließlich auch Roland Schmid und Vera Fischer (beide CDU) an, die dafür plädierten, wenn der Schallschutz stimme, das Geld lieber in einige Spielgeräte oder andere nützliche Accessoires zu investieren.

Architekt hat schweren Stand

Ralf Stärk (FW) wies darauf hin, dass man die „Sauerkrautplatten“ nicht streichen könne. Fraktionskollegin Lucia Mühlebach fand, dass es sich hier nicht um Luxus handele, sondern um zeitgemäße ansprechende Gestaltung. Architekt Küchenmeister hatte bei allem eher keinen leichten Stand, musste sich auch bei anderen Gewerken immer wieder kritischen Nachfragen von Walter Gauss stellen und wiederholt aber nicht immer erfolgreich Belege suchen. Er wies darauf hin, dass bei Aufschub und mehrmaliger Nachverhandlung ein Problem mit der Fertigstellung entstehen könne. Nach vielen Nachfragen und Vorbehalten, so wurden die sieben Vergaben so zwar einzeln einstimmig beschlossen, aber teilweise noch unter Vorbehalt. Insgesamt liege man vorläufig gerechnet mit bisher 30.500 Euro Minderkosten immer noch deutlich unter der Kostenberechnung, rechnete Kämmerer Robert Riedesser vor.

Die Vergaben

Die Vergabe der Estricharbeiten ging an die Firma Damen aus Meckenbeuren für rund 12 500 Euro. Die Dachabdichtungsarbeiten wurden an Dachdecker Stoll aus Weissensberg vergeben, für rund 17 500 Euro. Schließlich wurden der Vergabe von Garten- und Landschaftsbauarbeiten, die auf rund 100 000 Euro geschätzt waren, für 44 500 Euro an Garten-Weißhaar aus Eriskirch vergeben. Der hohe Differenzbetrag bedarf allerdings noch einer Klärung. Geklärt werden solle auch, welche der Sonnenschutz- und Außenanlagen-Gewerke enthalten oder extra zu berechnen seien.

Der Zuschlag für Spenglerarbeiten in Höhe von knapp 9000 Euro geht an Müller & Deschler aus Esseratsweiler, während die Fensterbauarbeiten für 35 500 Euro an die Kressbronner Glaserei und Fensterbaufirma Holger Brauchle ging. Die Schreinerei Müller aus Wangen-Haslach hat den Zuschlag für die Außentüren bekommen (25 000 Euro). Die Trockenarbeiten wurden vorbehaltlich eines Abzugs der geänderten Kosten in Höhe von 50 000 Euro vorläufig an die Firma Ray aus Bodnegg vergeben

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