In Neukirch weihnachtet es weiterhin

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Ja is denn heut scho Weihnachten? In Neukirch könnte man auf diese Idee kommen. Die Beleuchtung hängt immer noch im Baum.
Ja is denn heut scho Weihnachten? In Neukirch könnte man auf diese Idee kommen. Die Beleuchtung hängt immer noch im Baum. (Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Pfarrer Reinhard Hangst hat bei der Kommunionsfeier humorvoll auf den immer noch hängenden weihnachtlichen Lichterschmuck am hochgewachsenen Nadelbaum zwischen Rathaus und Kirche hingewiesen. Er ist aber nicht der einzige, dem die Beleuchtung ins Auge fiel. Auch einige Neukircher Bürger wunderten sich bereits. Offenbar scheint defektes Gerät der Grund dafür zu sein, dass die Lämpchen nicht abgehängt werden können.

Die weihnachtliche Beleuchtung gibt es seit 15 Jahren. Ins Leben gerufen wurde sie vom Handels- und Gewerbeverein, der sich mittlerweile in Auflösung befindet. Die Vereinsmitglieder hatten sich seinerzeit für einen Baum samt Beleuchtung stark gemacht, nachdem das Engagement in der Gemeinde, sowohl von kirchlicher als auch von weltlicher Seite, gefehlt habe. Auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ erklärte HGV-Mitlgied und Gemeinderat, Adrian Strauß, dass die Kosten für die Anbringung der Weihnachtsbeleuchtung aus der Kasse des Vereins bezahlt wurde. Beim Abbau beteiligte sich in den vergangenen Jahren aber auch die Gemeinde.

Wie Kämmerer Robert Riedesser weiß, seien die für den Abbau verwendeten Geräte nicht geeignet gewesen. Deswegen habe man es in diesem Jahr auch nicht erst versucht, die Lämpchen abzuhängen. Riedesser betont, dass es durchaus möglich ist, dass sich die Gemeinde diesbezüglich künftig engagiert.

Als es im vergangenen Jahr darum ging, die Weihnachtsbeleuchtung abzuhängen, griff Alexander Steinhauser helfend ein. Er rückte mit einem Spezialkran an und hing die Lichterketten mithilfe einiger Bürger ab. Das wäre auch in diesem Jahr passiert – wäre der Kran nicht defekt. Ob und wann er zum Einsatz kommt, bleibt unklar.

Ebenso ungeklärt ist, wie die künftige Organisation oder das Engagement für einen Weihnachtsbaum mit Beleuchtung aussehen könnte. Der leuchtet üblicherweise in der Zeit um Weihnachten, vom ersten Adventssonntag bis zum Dreikönigsfest oder spätestens bis Anfang Februar zu Mariä Lichtmess.

Bleibt zu hoffen, dass sich genügend Geber oder Spender für die Krankosten sowie weiterhin ehrenamtlich engagierte Bürger finden. Vielleicht kann der Lichterschmuck auch schlichtweg hängen bleiben, es sind ja nur noch rund sechs Monate bis zur Adventszeit.

Und er könnte dann spätestens beim nächsten Fasnetsfähnchenaufhängen gleich mit abgebaut werden, wenn man mit einem Kranwagen sowieso unterwegs ist.

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