In Neukirch fährt jetzt der Bürgerbus

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Olaf E. Jahnke

Beim ersten Treffen der Gemeinden zum Thema Bürgerbus hatte sich der Tettnanger Redaktionsleiter der Schwäbischen Zeitung, Mark Hildebrandt, auf eine Wette mit Neukirchs Bürgermeister Reinhold Schnell eingelassen. Eine Kiste guten Weines sollte bekommen, wer zuerst den Bürgerbus in der Gemeinde in Betrieb nahm. Der Redaktionsleiter musste am Donnerstag seine Niederlage einsehen.

Die ersten öffentlichen Auftritte hatte der Bürgerbus-Caddy schon hinter sich, als er am Donnerstag beim Hockstuben-Sommerfest rund ums Haus Silvester in der Ortsmitte offiziell eingeweiht wurde. Seine Jungfernfahrt habe Neukirchs neues soziales Transportmittel von Goppertsweiler aus mit einem Rollstuhlfahrgast gemacht, sagte Hockstuben-Chefin Maria Oberhofer in ihrer Begrüßungsansprache.

Mehr als 80 Senioren, Kindergartenkinder und Engagierte kamen zur Einweihung. Bürgermeister Reinhold Schnell gab einen kurzen Abriss über die Entwicklung. Das Projekt habe Dank vieler Helfer früh Erfolg gehabt. Besonders das Engagement des Vereinsvorsitzenden Alexander Mayer habe dazu beigetragen. Der Bürgerbus-Verein hat mittlerweile mehr als 100 Vereinsmitglieder und rund 20 Fahrer. Die Gemeinschaftsleistung sei eine erfreuliche Abkehr von einer Gesellschaft der „Ichlinge“, also statt Egoismus ein Weg zur Dorfgemeinschaft. Den Bus besprengten Dekan i.R. und Pfarrer Reinhard Hangst zur Einweihung mit Weihwasser.

Da Neukirch nun schneller im Bürgerbus war als Tettnang, musste Hildebrandt seine Wettschulden begleichen. Letztlich hatten die Neukircher das Projekt in nur rund neun Monaten auf die Beine – oder Räder - gestellt. Die Tettnanger, weit abgeschlagen, sollen mit ihrem Bürgerbusprojekt mittlerweile zumindest schon auf dem Planungsweg sein, die Schwäbische Zeitung berichtete. „Wir gratulieren – aber Anfang nächsten Jahres soll es wohl auch in und um Tettnang mit einem sozialen Rufbus losgehen“, sagte Silvia Zwisler, Tettnanger CDU-Gemeinderätin, die auch zur Einweihung in Neukirch kam.

Redakteur Hildebrandt nahm den Wettverlust mit Fassung: „Wettschulden sind Ehrenschulden, und die Gewinnsituation ist eindeutig, zum Wohl.“ Bürgermeister Schnell nahm die Weinkiste entgegen, wollte die Flaschen aber nicht alleine konsumieren und übergab sie in die Obhut des Bürgerbus-Vereins – für die erste Festlichkeit oder die nächste Sitzung.

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