Forstreform erreicht eine besondere Dimension

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Der Holzverkauf wird künftig nicht mehr von staatlicher Seite gestaltet, sondern erfolgt im Bodenseekreis durch eine Genossensch
Der Holzverkauf wird künftig nicht mehr von staatlicher Seite gestaltet, sondern erfolgt im Bodenseekreis durch eine Genossenschaft. Für die Rehe ändert sich nichts.
Olaf E. Jahnke

Bürgermeister Schnell hat am Montag bei der Gemeinderatssitzung die Forstreform vorgestellt. Diese soll ab 2020 gelten. Einer der Hauptpunkte der Reform betrifft die Vermarktung von Holz aus Körperschafts- und Privatwald, die nun nicht mehr vom Forstamt aus erfolgt. Aber auch die Försteraufgaben werden neu geregelt.

Der Holzverkauf wird also künftig nicht mehr von staatlicher Seite gestaltet, sondern erfolgt im Bodenseekreis durch eine Genossenschaft. Wie Schultes Schnell erläuterte, hat die Gemeinde Neukirch allerdings gerade mal das Eigentum an 0,3 Hektar Wald im Bereich Schnaidt. Hier seien keine größeren Erträge in nächster Zukunft zu erwarten. Auch die Größe mache das Waldstück nicht wirklich zu einem Wirtschaftsfaktor. Adrian Strauß (CDU) regte an, hier vielleicht über eine Verkaufslösung nachzudenken oder einen Tausch für eine Ausgleichsfläche anzustreben.

Einmaliger Beitrag

Der seither aufgebrachte Betrag für Forstverwaltung reduziert sich etwa um die Hälfte auf 50 Euro, und für den Beitritt zur Vermarktungsgenossenschaft wird ein einmaliger Betrag von 30 Euro fällig. Dennoch herrschte Konsens, dass man künftig Verkaufs- oder Tauschmöglichkeiten für das Waldstückchen im Auge behalten wolle.

Einstimmig fiel im Neukircher Gemeinderat schließlich das Votum dafür aus, die Beförsterung durch die untere Forstbehörde beim Landkreis durchführen zu lassen und der Holzvermarktungsgenossenschaft Allgäu-Bodensee-Oberschwaben beizutreten. Der langjährige Neukircher Gemeinderat und Forstfachmann Heinz Huber erläuterte anschließend auf Nachfrage: „Das Waldstückchen ist von Größe und Ertrag her eher bedeutungslos“. Auch er sieht in Verkauf, Tausch oder Umwidmung die bessere Variante.

Das Gemeindeförstlein, zum Vergleich, ist mit rund 3 000 Quadratmetern oder 0,3 Hektar noch nicht einmal so groß wie ein Fußballfeld nach UEFA-Standard mit 0,714 Hektar oder 68 mal 105 Meter.

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