Zusammenklang von Orgel und Blech wird zum Genuss

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Die studierten Musiker Patrick Brugger (von links), Florian Keller und Daniel Bucher bereiten ihren Zuhörern ein genussvolles Ko
Die studierten Musiker Patrick Brugger (von links), Florian Keller und Daniel Bucher bereiten ihren Zuhörern ein genussvolles Konzert. (Foto: mw)

Trotz wunderbar herbstlichen Sommerwetters hat das festliche Konzert für zwei Trompeten und Orgel der studierten Musiker Daniel Bucher, Florian Keller und Patrick Brugger die evangelische Schlosskirche am frühen Sonntagabend überaus gut gefüllt. Ihrem augenscheinlich hervorragenden Ruf wurde das regionale Trio mehr als gerecht und bescherte dem begeisterten Publikum eineinhalbstündigen Hörgenuss.

Teils mit geschlossenen Augen, ganz still oder leicht mit dem Oberkörper mitschwingend lauschten die Konzertgäste genießerisch dem raumfüllenden Wettstreit zwischen Blech und Orgel. Sie ließen sich mittragen vom wunderbaren Programmmix aus neuzeitlichen, barocken und klassischen Trompeten- und Orgel-Klängen. Die oberhalb des Altares kräftig hereinblitzende Herbstsonne schaffte zusätzlich eine glanzvolle Atmosphäre und ließ das kunstreiche Kapelleninnere sich mit der virtuos dargebotenen Musik verbinden.

Jedes einzelne der vorgetragenen Werke von der Bachschen Kantate über Händels Wassermusik bis hin zur Jagdmusik Heinichens stellte für sich einen Genuss dar. Bei letzterer erschallten statt der eigentlich vom Komponisten vorgesehenen Jagdhörner, Flügelhörner von der Empore.

Zufrieden vernahmen die Zuhörer die kunstvollen Pedalsoli des Salemer Münsterorganisten beispielsweise bei Präludium d-Moll des dänisch-deutschen Barockkomponisten Dietrich Buxtehude.

Auf große Gegenliebe stieß neben den barocken Klassikern vor allem das stimmungsvoll und bisweilen romantisch, anmutende Abendlob, der „Evensong“ aus der Feder des 1925 in London verstorbenen Komponisten Easthope Martin. Die aus der Tradition der anglikanischen Kirche stammende Abendgebetsform, die normalerweise fast ausschließlich gesungen vorgetragen wird, verfehlte in ihrer instrumentalen, bezaubernd-leichten Variation ihre meditative Wirkung nicht.

Zwei weitere Konzertteile aus dem 20. Jahrhundert mit unbekannter Herkunft rahmten die rund 90-minütige Gesamtdarbietung ein. Die Zuhörerschaft reagierte begeistert und applaudierte anhaltend. Mit Händels „Einzug der Königin von Saba“ gelang den Künstlern mühelos die Brücke zurück zu geistlicher Barockmusik und ein eleganter Schlusspunkt.

Die Musiker des Trios Brugger, Bucher und Keller studierten gemeinsam an der Stuttgarter Musikhochschule und sind im südlichen Baden- Württemberg als Musiker und Musikpädagogen tätig. Schon seit vielen Jahren musizieren sie, teils in anderen Besetzungen, zusammen. Seit zwei Jahren gestalten sie gemeinsame Kirchenkonzerte.

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