Stadtkapelle Meersburg stimmt in den Herbst ein

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Die Stadtkapelle verzaubert mit ihrem Herbstkonzert die Zuhörer in der Sommertalhalle.
Die Stadtkapelle verzaubert mit ihrem Herbstkonzert die Zuhörer in der Sommertalhalle. (Foto: clp)

Die Stadtkapelle Meersburg hat für die Zuhörer in der Sommertalhalle am Samstagabend ein bunt gemischtes und vielseitiges Programm präsentiert. Von höchster Dramatik bis zu unbeschwerten Volkstänzen und Märschen war alles dabei.

Den ersten Teil des Herbstkonzerts moderierte Christian Bruns. Höhepunkt war das Stück „Die Geschichte von Anne Frank“ aus der Feder von Otto M. Schwarz. Dieses ernste Thema wurde von Dirigentin Marianne Halder bewusst aufgegriffen, um an das Kriegsende des Zweiten Weltkriegs vor rund 70 Jahren zu erinnern. Der Moderator las sogar aus der Originalpartitur vor. Musikalisch war die Dramatik des Stücks nicht zu überhören. Der Zuhörer konnte die traurige Geschichte des jungen jüdischen Mädchens sehr gut nachempfinden. Nach dem Stück gab es für den nächsten Titel keine Moderation, aber stattdessen ein paar Schweigeminuten. Im Saal herrschte absolute Stille.

Bedeutende Momente

Der Folgetitel, das jüdische Lied „Kaddish“, stimmte die Zuhörer weiter nachdenklich. Es begann mit Musik, die an drei Glockenschläge erinnerte. Schwere Töne waren zu vernehmen, die immer lauter wurden, um dann von hohen Tönen abgelöst zu werden. Das Publikum spürte förmlich die Bedeutsamkeit des Augenblicks und musste an das von Bruns vorgetragene Zitat „Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende“ denken.

Einen weiteren besinnlichen Titel bekamen die Zuhörer mit „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen aus der Hand von Edward Elgar zu hören, der die Variationen eigens für seine Freunde komponiert und sie ihnen gewidmet hat. Der Komponist hat sich an die 8. Klaviersonate von Ludwig von Beethoven angelehnt. Aber auch fröhliche, locker flockige Musik wurde dem Publikum geboten. Martina Blaser, Leiterin des Bodenseeorchesters Fiorini, begeisterte auf ihrem Akkordeon mit dem Titel „Klezmer Classics“ von Johan De Meij. Als das Stück zu Ende war, waren die Zuhörer völlig aus dem Häuschen.

Nach der Pause begann die Stadtkapelle mit dem Stück „Libertango“, das starken Applaus einbrachte. Astor Piazolla hat hier Jazzelemente mit in die Tangomusik eingebaut.

Es folgten Volkstänze, die fröhlich, beschwingt und unbeschwert wirkten. Der Zirkusmarsch von Henry Fillmore riss das Publikum geradezu mit.

MacArthur Park von Jimmy Webb soll die große Liebe darstellen, so Lena Dreher. Es ist ein sanfter, harmonischer Titel, der bestens beim Publikum ankam.

Nach dem Titel „Meltdown“ von Jonathan Sass bekam Moritz Dreher an der Tuba einen Sonderapplaus. Das Zusammenspiel der Blechbläser und Percussion war perfekt. Der laut Programm letzte Titel „Children of Sanchez“ handelt von Armut und ist ein bombastischer Titel. Trompete und Fagott ergänzten sich bestens.

Nach zwei Zugaben endete das wunderbar abgestimmte Konzert der Stadtkapelle mit tosendem Applaus.

Fotos, Termine, Hörproben und die aktuelle Besetzung: Nach der Pause nahm sich Lena Dreher, die den zweiten Teil des Konzerts moderierte, Zeit, um die neue Homepage der Stadtkapelle dem Publikum näher zu bringen. Wer neugierig ist, kann reinklicken unter

www.stadtkapelle-meersburg.de

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