Shoko Hara aus Meersburg gewinnt den Yellow Oscar

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Die Filmemacher: Shoko Hara und Paul Brenner. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Andrée Störk

And the Oscar goes to Shoko Hara aus Meersburg. Gut, es ist nicht der Oscar, der in Los Angeles vergeben wird. Shoko Hara ist für ihren Film „Abita“ mit dem Yellow Oscar ausgezeichnet worden, der beim Uranium Filmfestival 2013 in Rio de Janeiro für den besten Animationsfilm vergeben wird.

Der Film ist für ihre Bachelorarbeit entstanden. Die aus Japan stammende und in Meersburg aufgewachsene Filmemacherin hat Mediendesign studiert. Zusammen mit dem Tübinger Paul Brenner hat sie „Abita“ animiert. „Abita ist ein sehr poetischer und ausgezeichnet produzierter Animationsfilm“, begründete Leo Ribeiro, brasilianischer Trickfilmer und Mitglied der Festivaljury, die Entscheidung. Ihren Yellow Oscar nehmen Shoko Hara und Paul Brenner am 29. September in München entgegen. Die beiden haben an der Dualen Hochschule in Ravensburg studiert und legen nun weiteren Studiengang in Motion-Design in Ludwigsburg nach.

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Die Idee für den Film stammt von Shoko Hara, die nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima ganz genau verfolgt hat, was die Medien über den Gau berichtet haben. Ihr ist dabei aufgefallen, dass relativ wenig über die Kinder und die Folgen für die jüngste Generation berichtet wurde. Die beiden Studenten begannen mit einer genauen Medienanalyse. Dabei fielen ihnen die geringen mikroperspektivischen Aspekte ins Auge. „Es ist so, dass 360000 Kindern in der kontaminierten Region nicht draußen spielen können. In Kindergärten wurden Spielplätze nach innen verlegt. Dabei ist für die körperliche und psychische Entwicklung von Kindern gerade das Fühlen, Hören, Riechen und Spüren in der Natur sehr wichtig“, sagt die 25-Jährige. Den Namen des Film hat sie aus dem japanischen Wort „Abita“ abgeleitet, dass eine doppelte Bedeutung hat. Zum einen heißt es, etwas körperlich oder mit den Sinnen aufnehmen, und zum anderen steht das Wort für „Strahlung aufnehmen“. Im Film wird ein Kind gezeigt, das im Haus bunte Bilder malt, aber es sehnt sich danach, die Natur zu spüren. Es schleicht sich hinaus und sieht nur kaputte Landschaften. Einzig die Libellen, die immer wieder auftauchen, scheinen Hoffnung zu wecken.

Die 25-jährige Meersburgerin ist schon etwas stolz darauf, dass der doch eher nachdenkliche Film so erfolgreich ist, wie sie gesteht. Der Yellow Oscar ist nicht die erste Anerkennung für den Animationsfilm: In Weimar ist die Produktion beim Backup Festival im Mai ebenfalls unter die drei besten Filme gewählt worden.

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