Schnelles Internet für 6000 Haushalte

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Die Leerrohre werden vom Internetanbieter Teledata mit Glasfaser bestückt.
Die Leerrohre werden vom Internetanbieter Teledata mit Glasfaser bestückt. (Foto: Symbol Jens Büttner/dpa)
Barbara Baur

6000 Haushalte in Meersburg, Daisendorf, Hagnau, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen sollen bis Ende des Jahres die Möglichkeit erhalten, ans schnelle Internet angeschlossen zu werden. Am Montag haben die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt begonnen. Auftraggeber ist der Gemeindeverwaltungsverband Meersburg, das Stadtwerk am See übernimmt die Tiefbauarbeiten und der regionale Anbieter Teledata wird das Netz dann betreiben. Der Bau des Netzes kostet voraussichtlich 6,5 Millionen Euro, die genauen Zahlen sind aber noch nicht ermittelt. Der Gemeindeverwaltungsverband erhält Zuschüsse in Höhe von 50 bis 70 Prozent.

„Wir bauen nicht von A nach B, sondern in allen Orten und an mehreren Punkten gleichzeitig“, sagt Robert Scherer, Bürgermeister von Meersburg und Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands. „Es sind viele kleine Baustellen, in der Summe werden aber auf vielen Kilometern Leitungen verlegt.“ Das liege auch daran, dass manche Stellen für Bauarbeiten im Sommer ungeeignet sind – zumindest solange es sich vermeiden lässt. Vor allem dort, wo viele Touristen unterwegs seien, wolle man darauf verzichten, während der Hochsaison zu bauen. Momentan arbeite ein Trupp in Meersburg zwischen dem Wilden Mann und dem Fähranleger, die Leitungen werden im Bereich des Radwegs eingebaut. „Der Radweg wird im Sommer sehr stark befahren, deshalb ist es im Winter besser“, sagt Scherer. Im gleichen Zug werden dort Wasserleitungen erneuert sowie Strom- und Gasleitungen verlegt.

Kabel werden jetzt eingeblasen

Wo in den vergangen beiden Jahren bereits Leerrohre verlegt wurden, beginnt Teledata jetzt, sie zu bestücken. „Wir hoffen, dass dort das schnelle Internet noch im ersten Quartal verfügbar sein wird“, sagt Scherer. Deshalb informiere der Internetanbieter aus Friedrichshafen jetzt schon potentielle Kunden darüber, wo und wann schnelles Internet verfügbar sein wird.

Wie Hubert Möhrle berichtet, werden zwei Varianten von Leitungen gebaut. Er koordiniert im Meersburger Rathaus für den Gemeindeverwaltungsverband den Ausbau des Netzes. „Zum Teil werden bestehende Kabelverteiler von Glasfaser angefahren und daran angeschlossen“, sagt er. Die letzten Meter bis zu den Häusern wird auch weiterhin auf die Kupferkabel der Telekom zurückgegriffen. „Dort sind Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit pro Sekunde möglich“, sagt Möhrle. Zum anderen werden Glasfaserkabel bis in die Häuser verlegt. Das sei aber nur dort erlaubt, wo Gewerbebetriebe sehr hohe Geschwindigkeiten benötigen, die Datenübertragung bisher aber langsam ist. Dies treffe auch für Wohnstraßen mit gewerblichem Bedarf zu, also dort, wo Anwohner einen Heimarbeitsplatz eingerichtet haben.

Der Gemeindeverwaltungsverband Meersburg erschließt mit dem Bau seines eigenen Glasfasernetzes die Bereiche, wo die bisherigen Anbieter nicht die Absicht haben, ihre Infrastruktur auszubauen. „Es sind die weißen Flecken auf der Landkarte, die wir bearbeiten“, sagt Robert Scherer. Dabei handelt es sich vor allem auch um kleine Dörfer wie Riedetsweiler oder Schiggendorf. „Im Stadtbereich von Meersburg sind die Geschwindigkeiten in Ordnung, aber kleine Einheiten sind für die großen Anbieter nicht interessant, weil es dort viel weniger Anschlüsse gibt, für die viel längere Kabel verlegt werden müssten“, sagt er.

Heute, Mittwoch, informieren der Gemeindeverwaltungsverband Meersburg und Teledata gemeinsam im Feuerwehrhaus in Oberuhldingen über die Bauarbeiten, den Zeitplan und die Angebote von Teledata. Beginn ist um 19 Uhr.

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