Räte erteilen Echt Bodensee Card klare Absage

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Freude auf Seiten der Gastgeber und Applaus für die Entscheidung: Die Echt Bodensee Card wird es in der Burgenstadt nicht geben
Freude auf Seiten der Gastgeber und Applaus für die Entscheidung: Die Echt Bodensee Card wird es in der Burgenstadt nicht geben. (Foto: Martina Wolters)
Martina Wolters

Ein Novum hat sich am Dienstag am Meersburger Ratstisch ereignet: Ohne Aussprache haben die Gemeinderäte über die Teilnahme an der Echt Bodensee Card abgestimmt und mehrheitlich dagegen votiert. Die anwesenden Gastgeber applaudierten.

Vorausgegangen war ein Antrag über die zügige Abstimmung von Seiten des Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Markus Waibel. Seiner Meinung nach gab es „keine neuen Erkenntnisse“. Er spielte damit auf die Vorstellung des touristischen Angebots für den Deutschen Bodenseeraum in der ersten Märzsitzung an, in der das Gros der Gemeinderäte eine deutliche Nachbesserung der Karte für Meersburg gefordert hatte.

Ähnlich wie die rund 30 Hoteliers und Vermieter, die bereits im November 2015 im Rahmen des Gastgeberforums im Hotel Schiff über die EBC debattiert hatten, bemängelten die Stadträte im März vor allem die nicht eingebundenen Schiffsleistungen und das notwendige und kostenintensive Einführen eines elektronischen Meldescheins.

Darüber hinaus stellten sie fest, die ÖPNV-Seelinie sei auch ohne das neue Kartenangebot bereits überlastet. Ein weiterer Kritikpunkt war die fehlende Anbindung Meersburgs zu einem Bahnhof. So könnten die Gäste das EBC-Angebot nicht entsprechend ausnützen, so ihre Meinung. Beim Gastgeberforum waren darüber hinaus Stimmen laut geworden gegen die für die EBC notwendige Kurtaxenerhöhung, um den notwendigen Solidarbeitrag in Höhe von einem Euro pro gemeldete Übernachtung. Entsprechend erleichtert und mit unverhohlener Freude nahmen die Ratsbesucher aus dem Gastgebergewerbe die Ablehnung der Teilnahme an der EBC in 2017 auf.

Bürgermeister Martin Brütsch indes fand es „bedauerlich, einen Beschluss zu fassen, ohne ihn vorher diskutiert zu haben.“ Dann hätte der Punkt lieber gleich von der Tagesordnung abgesetzt werden sollen, meinte er. Boris Mattes (SPD) entgegnete, das Gremium habe in der vergangenen Woche um das Absetzen des Tops gebeten, um erst noch Fragen klären zu können. Brütsch berichtigte, der Rat habe beantragt nicht-öffentlich abzustimmen und dafür gebe es von Verwaltungsseite keine Notwendigkeit.

Für Peter Schmidt (CDU) war die schnelle Vorgehensweise nicht korrekt. “Wir sollten doch wenigstens definieren, warum wir dagegen sind“, meinte er. Das Abstimmungsergebnis fiel mit 16 Neinstimmen und zwei Enthaltungen klar gegen eine Teilnahme Meersburgs an der EBC in 2017 aus.

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