Nach 33 musikalischen Jahren in den Ruhestand

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Zwar geht Musikpädagoge Gerhard Breinlinger nach 33 Jahren in Pension, möchte sich aber weiter intensiv dem Orgelspiel widmen.
Zwar geht Musikpädagoge Gerhard Breinlinger nach 33 Jahren in Pension, möchte sich aber weiter intensiv dem Orgelspiel widmen. (Foto: Martina Wolters)
Martina Wolters

Gerhard Breinlinger wechselt zum Schuljahresende in den wohlverdienten Ruhestand. 33 Jahre lang hat er als Musikpädagoge und Abteilungsleiter zum musikalischen Schwerpunkt des Meersburger Droste-Hülshoff-Gymnasiums beigetragen. Seine Tätigkeit als ökumenischer Organist in Meersburg will er weiterführen.

Offiziell wird er beim Schulfest vor den Sommerferien verabschiedet. Inoffiziell haben sich Schüler und Lehrer schon beim Schulkonzert im Mai für sein Engagement rund um musikalische Bildung bedankt. Dass Schüler und Kollegen ihm einen Großteil des Konzertes widmen, damit hat er, nach eigener Aussage, nicht gerechnet. Ebenfalls „total überrascht“ haben ihn die Anwesenheit und der Gesang seines ehemaligen Musikschülers Christian Miebach. Mit dem heutigen erfolgreichen Musicaldarsteller hatte er zu dessen Schulzeit unter anderem das Musical „Der kleine Horrorladen“ mit großem Erfolg auf die Bühne gebracht.

Wohlwollende Schülerrückmeldungen wie die beim Mai-Konzert sieht der Musik -und Lateinlehrer als Zeichen dafür, dass seine Arbeit sich gelohnt hat. Musik stand dabei für ihn immer an erster Stelle. Rummel um seine Person liegt ihm fern. Nach Aufführungen des von ihm ins Leben gerufenen DHG-Chors aus Schülern, Lehrern und Eltern, den er neben dem Schulchor zehn Jahre geleitet hat, sei er immer gleich in die Reihe der Sänger getreten. Er habe sich nie am Dirigentenpult, sondern stets mit allen verbeugt, unterstreicht er. „Schließlich kann ich lange wedeln mit meinem Taktstock – ohne die Sänger oder Musiker gäbe es keine Musik“, ist für ihn klar.

„Am meisten Spaß hat es mir gemacht, wenn ich Schüler für Musik begeistern und fördern konnte“, resümiert er seine Lehrertätigkeit im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Zwar habe er sie dafür „oftmals triezen müssen mit Extraproben“, doch am Ende hätte dann nach dem Konzert das positive emotionale Erlebnis für die Eleven überwogen. „Sie müssen spüren, dass sie Herzen bewegen“, weiß er um die motivierende Triebfeder für angehende Musiker.

Sehr gern blickt er auch auf seine Aufgabe als Korrepetitor zurück, bei der er als Klavierbegleiter für Gesangsschüler oder Instrumentalisten fungierte, die neue Stücke trainierten. Dass er seiner Zeit an der Freiburger Musikhochschule Schulmusik mit Hauptfach Orgel studiert hat, kam ihm dabei sehr zupass. Auch jetzt, 28 Unterrichtstage vor seiner Pensionierung, ist er noch dabei, Gymnasiasten in gemeinsamen unterrichtsfreien Stunden auf ein Musikstudium vorzubereiten und in Hochschulgehörbildung zu trainieren.

Zur Musik gekommen ist Breinlinger selbst schon früh. Sie wurde ihm mehr oder weniger in die Wiege gelegt. In ganz jungen Jahren hat er bei seinem Großvater, ebenfalls Organist und Pädagoge, neben der Orgel gestanden und im Alter von zehn Jahren selbst begonnen, sein Vorbild nachzuahmen. „Ich habe für das Instrument und dessen Vielfalt Feuer gefangen“, erinnert er sich. Erst später sei der liturgische Aspekt des Tasteninstrumentes hinzugekommen. Heute ist es ihm „ein großes Anliegen“, in seinem Orgelspiel die entsprechenden Kirchenjahreszeiten, je nach Anlass, meditativ bis jubilierend zu begleiten.

Weil er durch den zunehmenden organisatorischen Aufwand seiner Abteilungsleitertätigkeit immer weniger Zeit für Musizieren und sein zweites Steckenpferd, die Literatur, gefunden hat, freut sich der 65-Jährige nun auf seine Pensionierung. In die von Johann Sebastian Bach vertonten Katechismus-Choräle möchte er sich einarbeiten und in Anlehnung an die von ihm initiierten jährlichen Bachkonzerte eventuell zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 zur Aufführung bringen. Auch seiner Familie und insbesondere den beiden Enkeln möchte er sich zukünftig mehr widmen.

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