Minister sagt ernsthafte Prüfung der B31-Ausbauvariante zu

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Hahn wünscht sich schnell umsetzbare Tunnellösung.
Hahn wünscht sich schnell umsetzbare Tunnellösung. (Foto: arc)
Schwäbische Zeitung

Der Landesverkehrsminister Hermann und die Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Ausbau B31 neu“ haben sich in Stuttgart getroffen. In der Arbeitsgemeinschaft haben sich alle Umweltverbände, Markdorfs Vertreter der Landwirtschaft sowie Bürgerinitiativen zusammengeschlossen, die gegen die linienbestimmte Trasse 7.5 sind und sich für den Ausbau der B31 zwischen Meersburg und Immenstaad auf der bestehenden Trasse einsetzen. Der Minister sagte eine ernsthafte Prüfung der Ausbauvariante zu.

Das Gespräch fand auf Vermittlung des Landtagsabgeordneten der Grünen, Martin Hahn, statt. Minister Hermann bekräftigte seine frühere Aussage, dass die Hinterlandtrasse 2a (durch das Salemer Tal) nicht mehr zur Diskussion stünde, sondern ausschließlich der Bereich zwischen der linienbestimmten Trasse 7.5 und der bestehenden B31. Dort solle in dem begonnenen Dialogprozess eine möglichst von allen akzeptierte Lösung gefunden werden. Dabei hätten für das Ministerium Kriterien wie Flächenschonung, Lärmschutz und Leistungsfähigkeit der Straße einen hohen Stellenwert.

Die Arbeitsgemeinschaft erläuterte ihre Gründe für die Ablehnung der Trasse 7.5: Besonders gravierend sei der hohe Flächenverbrauch und die Zerschneidung von wertvoller land- und forstwirtschaftlich genutzter Kulturlandschaft. Aufgrund des besonders günstigen Klimas in Seenähe seien diese Flächen gerade für den Obstbau unersetzlich. Es gebe außerdem große Zweifel, ob in der bisherigen Flächenbilanz korrekt berücksichtigt worden sei, dass zusätzlich zur neuen Straße die alte B31 bestehen bleiben müsse. Statt der geplanten autobahnähnliche Dimensionierung solle man sich auf einen Ausbau mit zwei oder drei Spuren beschränken und gleichzeitig das Ziel einer „nachhaltigen Mobilität“ auch in der Bodenseeregion voranbringen. Insbesondere der Ausbau der Bodensee-Gürtelbahn biete das Potential, Verkehr auf umweltverträgliche Verkehrsmittel zu verlagern.

Hahn plädierte dafür, sich auf die Beseitigung des einzigen Flaschenhalses auf dieser Strecke, nämlich Hagnau, zu konzentrieren. Eine kleinräumige Tunnellösung dort sei voraussichtlich deutlich schneller umsetzbar als die umstrittene 7.5-Lösung, über die wegen der zu erwartenden Einsprüche wohl frühestens in zwanzig Jahren gebaut werden könne.

Minister Hermann sagte eine ernsthafte Prüfung aller, von der Arbeitsgemeinschaft vorgebrachte Argumente zu.

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