„Mich reizt es, eine Stadt zu formen“

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Robert Scherer möchte Meersburg mit den Bürgern gestalten.
Robert Scherer möchte Meersburg mit den Bürgern gestalten. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Gemeinsam mit den Bürgern Meersburg gestalten, die Stadt attraktiver machen für junge Familien und ein mobiles Rathaus – Nadine Sapotnik hat mit Robert Scherer über seine Ziele für Meersburg gesprochen.

Was reizt Sie am Amt des Bürgermeisters?

Die Gestaltung und der Umgang mit Menschen zusammen. Mich reizt es, eine Stadt zu formen. Dabei ist es mir wichtig, dass das gemeinsam mit den Menschen geschieht.

Wieso möchten Sie gerade Bürgermeister in Meersburg werden?

Meersburg hat aus meiner Sicht viel Potenzial. Dieses Potenzial zu nutzen, empfinde ich als große Chance und Herausforderung gleichermaßen. Hinzu kommt, dass ich sehr verbunden mit Meersburg bin. Ich bin dort geboren, arbeite im Gemeindeverwaltungsverband schon lange mit der Meersburger Stadtverwaltung eng zusammen.

Sie haben Ihre Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters bereits im November abgegeben. Wie war die Zeit seitdem für Sie?

Es waren unglaublich spannende Wochen. In meinen vielen Gesprächen mit Vertretern von Bürgern, Vereinen und Initiativen habe ich sehr viel über Meersburg und den Alltag der Meersburger erfahren. Ich weiß jetzt, was die Bürger wirklich bewegt.

Was sind Themen, die Sie als erstes anpacken wollen, wenn Sie Bürgermeister werden?

Ich möchte als erstes wieder eine Gesprächskultur einführen. Mir ist wichtig, dass man auf Augenhöhe miteinander redet und dass wir uns gegenseitig wertschätzen. Ob im Gemeinderat oder in der Verwaltung, ich baue auf die Motivation meiner Mitarbeiter und möchte, dass sie so wie ich Spaß an ihrer Arbeit haben und gerne Verantwortung übernehmen. Der Erfolg stellt sich dann von alleine ein. Als Zweites nehme ich die anstehenden, unerledigten Aufgaben an. Dann ist der Strategieplan an der Reihe, den ich im Gemeinderat beraten möchte. Einen ersten Bürger-Workshop hierzu möchte ich nach der Sommerpause organisieren.

Worum soll es bei dem Bürger-Workshop gehen?

Wie gesagt, es geht darum, einen Strategieplan für Meersburg zu erarbeiten, in anderen Kommunen auch Masterplan genannt. Sein Ziel: Wohin soll sich Meersburg bis zum Jahr 2030 entwickeln? Der Zeitraum bis 2030 ist realistisch, lange genug, um auch über Visionen nachzudenken, überschaubar genug, um zu konkreten Ergebnissen zu kommen. In diesem Strategieplan geht es nicht um ein einziges Ziel. Es geht um eine Vielfalt von Bereichen wie Familie, Umweltschutz, Tourismus und Wirtschaft. Natürlich wird das Hand in Hand mit dem Gemeinderat geschehen, aber ebenso mit interessierten Bürgern, in Workshops und bei Ortsbegehungen. Es geht ja um die Menschen, die hier leben, also erarbeiten wir unsere Ziele gemeinsam. Mich selber sehe ich als Ideengeber, Moderator und beratender Fachmann.

Haben Sie ein Thema in Kopf, dass sich auf jeden Fall bis 2030 geändert haben sollte?

Das gibt es mehrere. Die aktuellen Themen sind natürlich klar, aber die können nicht bis 2030 warten, wie die Parkraumsituation oder das Verkehrsleitsystem. Was ich schaffen möchte, ist dass Meersburg attraktiver für junge Familien wird, sodass diese auch in der Gemeinde bleiben. Aber auch das muss bald geschehen. Natürlich geht es auch um Tourismus, Wirtschaft und Umweltfragen. Entscheidend aber ist für mich, dass wir offen sind für Neues, dass wir also über Dinge nachdenken, die wir heute noch gar nicht im Sinn haben. Man wird sehen.

Welche Themen liegen Ihnen ansonsten am Herzen?

Mir ist das Ehrenamt sehr wichtig. Ich war selbst jahrelang ehrenamtlich als Trainer im Sport tätig. Ich will ein Ansprechpartner der Bürger sein. Miteinander reden bildet den Kern unseres sozialen Miteinanders. Wichtig ist mir auch, dass Meersburg so gut wie nur machbar Barrieren für eingeschränkt mobile Menschen abbaut. Völlig barrierefrei wird wegen unserer Topographie fast nicht machbar sein, da müssen wir uns nichts vormachen. Ein mobiles Rathaus können wir aber auf jeden Fall anbieten.

Sie leben in Uhldingen-Mühlhofen. Wie nah sind Sie an den Meersburger Themen?

Ziemlich nah. Ich bin im Gemeindeverwaltungsverband tätig. Ich kenne das Rathaus in Meersburg sehr gut. Meine Familie und ich sind mit Meersburg schon immer auf privater Ebene verbunden.

Sie sind studierter Bauingenieur und leiten das Bauamt in Uhldingen. Inwieweit schätzen Sie Ihre berufliche Erfahrung als Vorteil ein?

Als einen sehr großen Vorteil. Ich kenne die Verwaltungsabläufe, bin es gewohnt mit dem Gemeinderat vertrauensvoll und sachlich zusammenzuarbeiten, kann ein Team führen. Meine spezifische Erfahrung in Bausachen kommt mir angesichts der vielen Bauvorhaben natürlich sehr entgegen.

Wir schätzen Sie Ihre Chancen bei der Wahl ein?

Ich bin zuversichtlich.

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